Libanon : Party in Beirut

Libanon ist zurück auf der touristischen Landkarte. Ab Berlin geht es nonstop in den Zedernstaat. FTI legt sogar einen eigenständigen Katalog auf.

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Paris des Nahen Ostens: Der Beiruter Place d'Etoile ist komplett restauriert. -Foto: Mauritius

Die deutschen Reiseveranstalter vermelden das bemerkenswerte Comeback eines Landes: Libanon. Gewiss, nicht das erste Mal findet das einst als Schweiz des Orients apostrophierte Land zurück in die Kataloge. Doch bisher scheiterte es stets an den Verhältnissen, die über kurz oder lang nicht dazu angetan waren, Reiselust an die Levante aufkommen zu lassen. Diesmal soll es anders sein.

Studiosus, nach eigener Darstellung Marktführer bei Studienreisen, bietet Libanon zunächst allein in Kombination mit Syrien an. Beispielsweise führt eine neue Eventreise in elf Tagen von Beirut nach Damaskus. In Libanon sind dabei neben der Hauptstadt unter anderem Besichtigungen der Unesco-Kulturdenkmäler Byblos, eine der ältesten Siedlungen des Orients, und Baalbek vorgesehen. Ausflüge zu den römischen Tempeln von Baalbek bietet der Veranstalter zudem im Rahmen von Syrien-Touren aus dem Studienreisenprogramm an.

Studiosus hatte seit dem Beginn des Libanonkriegs Mitte 2006 aus Sicherheitsgründen von Reisen nach Libanon abgesehen. Regionen wie Tripoli im Norden und die südliche Bekaa-Ebene, von deren Besuch das deutsche Auswärtige Amt abrät, meidet der Veranstalter.

Weniger zaghaft als Studiosus geht der Veranstalter FTI das Projekt Libanon an. Die Münchner setzen auf das Land mit dem weltweit größten Besucherplus. Das neue Programm bietet Stadthotels, Ausflugspakete und Rundreisen. FTI vergrößert so sein Angebot rund ums Mittelmeer ganz erheblich: Mit dem 52-seitigen Katalog „Libanon“ besetzen die Münchner einen nahezu weißen Fleck auf der Landkarte im deutschen Veranstaltergeschäft. „Wir bieten als Erste ein umfassendes Programm inklusive Stadthotels, Länderkombinationen sowie Rundreisen und Ausflügen für die ‚Schweiz des Orients‘ “, erklärt Dietmar Gunz, Vorsitzender der FTI-Geschäftsführung.

Zuversichtlich blickt Gunz auf die zu erwartende Nachfrage: „Libanon liegt als Reiseziel im Trend. Im ersten Halbjahr 2009 zählte das Land bereits 46 Prozent mehr Besucher als im Vergleichszeitraum 2008. Mit dieser Zuwachsrate liegt es unter den 165 von der Welttourismusorganisation UNWTO untersuchten Ländern an erster Stelle.“

In Beirut mit seiner Partyszene stehen bei FTI jetzt 26 Hotels zur Auswahl, allein 13 Häuser liegen im Fünf-Sterne-Segment, denn internationale Ketten wie Intercontinental, Mövenpick, Radisson Blu, Habtoor oder Rotana sind bereits in der Metropole vertreten. Die Zeichen stehen auch in Zukunft auf Expansion: Weitere Größen, zum Beispiel Grand Hyatt, öffnen bald ihre Pforten in der libanesischen Hauptstadt. Diese hat sich ihren Beinamen „Paris des Nahen Ostens“ dank ihrer außergewöhnlichen Architektur, ihres Rufs als Modemetropole und des gastronomischen Angebots erworben.

Ebenso ist das Nachtleben einer der Gründe, weshalb die „New York Times“ Beirut zum wichtigsten Reiseziel des vergangenen Jahres ernannte und die Stadt nun Zielen wie Barcelona oder Istanbul Konkurrenz macht. Der Partyszene verleihen Auftritte internationaler Stars zusätzlichen Glanz.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Stadt ist sehr übersichtlich. Alles kann bequem zu Fuß oder mit dem Taxi erreicht werden. Darüber hinaus sind die meisten Einrichtungen an sieben Tagen der Woche rund um die Uhr geöffnet. Auch kulturinteressierte Beirut-Reisende kommen mit Sehenswürdigkeiten wie der Georgs-Kathedrale oder den neuen Ausgrabungen der römischen Militärstadt Colonia Julia Augusta auf ihre Kosten. Hinzu kommen vier Badehotels in den Küstenorten Byblos, Jounieh und Dbayeh sowie acht Ausflugspakete. Neben einem Spaziergang durch den Zedernwald im Norden des Landes geht es beispielsweise noch nach Bcharreh in die Heimat des libanesischen Philosophen Khalil Gibran. Ein weiteres Highlight ist die „Tyre & Sidon“-Tour, die in den Süden des Libanon führt. Die Stadt Tyre ragt auf einer Landzunge direkt ins Mittelmeer – von hier aus starteten die Phönizier ihre Reisen. Sidon steht im Zeichen dieses Volks: Sie errichteten im Jahr 1228, auf den Fundamenten eines Tempels, eine Seefestung der Kreuzfahrer. Auf den örtlichen Souks bietet sich die Möglichkeit eines orientalischen Einkaufsbummels.

Das Angebot an Stadthotels wird durch die insgesamt vier buchbaren Unterkünfte in den Küstenstädten Byblos und Jounieh sowie der nahe Beirut gelegenen Stadt Dbayeh ergänzt. Die Unterkünfte eignen sich gut für einen Badeurlaub.

Die einwöchige Rundreise „Höhepunkte Libanons“ ist vor allem für Naturliebhaber geeignet und führt von Beirut unter anderem auch in die insgesamt neun Kilometer großen Jeita-Tropfsteinhöhlen oder durch die Kulisse der Chouf-Berge (Preisbeispiele: siehe unten).

Die Länderkombination „Libanon, Syrien und Jordanien“ sowie die einwöchige Tour „Libanon und Syrien zum Kennenlernen“ gewähren Einblicke in die beiden Nachbarländer. Kulturinteressierte und Entdecker erleben auf den zweiwöchigen Reisen unter anderen die Städte Damaskus in Syrien sowie Petra in Jordanien oder wandeln in der Nähe Aleppos in der mächtigen Burg „Krak des Chevaliers“ auf den Spuren der Kreuzritter.

Vor allem die Nähe zu Europa mit einer Flugzeit von nur vier Stunden ab Frankfurt am Main, der moderne Flughafen von Beirut sowie die günstigen Einreisebedingungen tragen zum Erfolg der Destination bei. Entsprechend entwickeln sich die Gästezahlen: Der Beiruter Flughafen hatte von Januar bis Juni 2009 mit 2,7 Millionen Passagieren fast 30 Prozent mehr Gästeaufkommen als im ersten Halbjahr 2008. Auch Berliner kommen in den Genuss eines Nonstop-Fluges nach Beirut: Die Fluggesellschaft Germania fliegt von Berlin-Tegel und Düsseldorf aus in die libanesische Hauptstadt. Von Berlin nach Beirut geht es zunächst jeden Sonnabend mit Maschinen vom Typ Boeing 737. Anfang April soll es dann an jedem Mittwoch, Freitag und Sonntag eine Verbindung geben. Von Düsseldorf aus fliegt die Airline vom 11. März an donnerstags nach Beirut. Neben Damaskus und Aleppo in Syrien ist Beirut das dritte Germania-Ziel in der Region.

Die Plätze in den neuen Beirut-Flügen werden zunächst nur einzeln verkauft, erklärte Germania-Manager John Kohlsaat. Das Unternehmen sei aber auch im Gespräch mit Reiseveranstaltern, die Interesse an den Flügen haben.

Über FTI sind tägliche Abflüge nach Beirut von zahlreichen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus buchbar. Unter anderen bieten die Fluglinien Lufthansa, Air France, Turkish Airlines, MEA, Cyprus und Malev Flüge in die libanesische Hauptstadt.

Preisbeispiele aus dem neuen Libanon-Katalog: Busrundreise „Höhepunkte Libanons“ inklusive sieben Übernachtungen im Mittelklassehotel, Deutsch sprechender Reiseleitung und Eintrittsgeldern ab 854 Euro pro Person im Doppelzimmer; Beirut: eine Nacht im Fünf-Sterne-Hotel Le Gray ab 118 Euro pro Person im Doppelzimmer; oder eine Nacht im 3,5-Sterne-Hotel Mayflower ab 32 Euro pro Person im Doppelzimmer.

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