Österreich : Wo Calmund das Küssen lernte

Herr Calmund, Sie gehören doch eigentlich ins Rheinland. Wer ist darauf gekommen, Sie zu fragen, Euro-Botschafter für Kärnten und Klagenfurt zu werden?



Die Organisatoren wussten, dass ich 2006 WM-Botschafter für Deutschland war. Da muss ich wohl einen guten Eindruck gemacht haben, und dann haben die mich gefragt. Die wollten eben einen Experten, wie auch die Verantwortlichen in Innsbruck, die haben sich den Hansi Müller geholt.

„Calli“ Calmund, den Helfer in allen Fußballfragen, kennt man. Für Kärnten treten Sie auch als Tourismuswerber auf. Was verbindet Sie ausgerechnet mit Kärnten?

Das will ich Ihnen sagen: Als kleiner Junge bin ich mit meinen Eltern öfter hier gewesen, am Wörthersee, aber auch mal am Ossiacher oder Faaker See. Damals war noch Camping angesagt, der alte Opel vollgepackt mit Konservendosen. Und da gibt’s andere Erinnerungen: Hier hab’ ich nicht nur meine erste Freundin geknutscht, hier hab’ ich auch Schwimmen gelernt. Allerdings, da hat mir die Badehose noch gepasst, ich war ja ein ganz dünner Hering.

Ihre Botschaftertätigkeit ist also ein Liebesdienst aus nostalgischen Gründen?

Sie meinen das Geld? Ich will Ihnen was sagen: Mein Steuerberater weiß nicht, ob er lachen oder weinen soll, wenn er sieht, was ich hier an Honorar bekomme. Ehrlich, ich mache das für die gute Sache. Sehen Sie sich doch hier um: frische Luft, saubere Seen, eine intakte Natur, freundliche, nette Menschen – hier hat doch der liebe Gott eine Perle hingesetzt.

Wie vermittelt man denn dem Publikum in Deutschland, dass es schon längst keine Karten mehr für die Spiele gibt?

Dafür wird das Public Viewing sensationell. Für 40000 auf dem Messegelände, dazu eine große Leinwand in der Altstadt und natürlich, das ist überhaupt das Beste, am Strandbad Klagenfurt, wo eine riesige Leinwand aufgebaut wird. Ein großes Festzelt gibt es auch. Das wird die größte Party, die der See je gesehen hat.

Das Gespräch führte G.W. Seidemann.
Reiner Calmund, 59, Multifunktionsmanager in Fußball und eigener Sache, ist seit anderthalb Jahren „Euro-Botschafter“ für Kärnten und den EM-Spielort Klagenfurt.

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