Osterreisen : Ein Ausblick wie ein Fest

Wer Ostern in südliche Gefilde will, muss rasch buchen. Viele Ziele sind schon knapp. Städtereisende haben mehr Auswahl.

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Hauchzarte Blüten. Am Gardasee ist der Winter schon passé, und Ostereier können – wie es sich gehört – im frisch sprießenden Gras...

Am Strand in der Sonne liegen? Vielleicht doch noch in die Berge, dem Schnee hinterherfahren oder lieber heimatnah etwas Entspannung suchen? Neben der Möglichkeit zu Hause zu bleiben, werden zu Ostern alle drei Varianten hoch im Kurs stehen. Wer als Berliner oder Brandenburger schulpflichtige Kinder hat oder anderweitig mit seinen Urlaubsplänen an die Schulferien gebunden ist, ist zeitlich allerdings etwas knapp dran. Anders als in anderen Bundesländern sind die Ferien (31. März bis 10. April) auf eine stark verlängerte Woche beschränkt.

Weil die Zeit um Ostern zur Hochsaison gehört, können Urlauber, die jetzt noch nicht gebucht haben, bei Hotels und Flügen allerdings nicht mehr mit voller Auswahl und besten Preisen rechnen. Wer sich bei der Wahl des Ziels und nicht zuletzt des Abflughafens jedoch flexibel zeigt, hat trotzdem Chancen, noch Passendes zu finden.

Bei den großen Reiseveranstaltern bietet sich ein nahezu einheitliches Bild: Die Kanarischen Inseln stehen in der Gunst der Osterurlauber nach Jahren mal wieder hoch im Kurs. „Auf den Kanaren wird es eng, hier ist Flexibilität bei Aufenthaltsdauer und Abflughäfen erforderlich“, sagt Tui-Sprecherin Anja Braun. Außerdem seien bei den Kunden die Balearen mit Mallorca sowie die Türkei und Ägypten die gefragtesten Ziele. Mit der Ausnahme Mallorca gibt es für diese Destinationen allerdings nur noch wenige Restplätze, weil auch die Flugkapazitäten nicht so groß sind. Die größte Baleareninsel hingegen wird deutlich öfter angeflogen, ein Mangel an Flugsesseln besteht nicht. Allerdings: Wer kurzfristig bucht, muss mit weniger attraktiven Zeiten rechnen – entweder frühmorgens oder am späteren Abend –, und außerdem tiefer in die Tasche greifen als Passagiere, die bereits vor Wochen gebucht haben. Eine Alternative ohne Engpässe dürfte Portugal sein, namentlich die Algarveküste.

Ähnlich wie bei Tui sieht die Situation bei Thomas Cook und den Marken der Rewe-Pauschaltouristik aus. Bei ITS, Jahn Reisen und Tjaereborg etwa sind zu Ostern auch die Kanaren, Ägypten und Tunesien besonders gefragt. „Die 14-tägigen Reisen in den Ferien – Sonderflüge inklusive – sind bis auf wenige Restplätze komplett ausverkauft“, sagt Sprecher Christian Weßels. Und auch hier heißt es: „Wer jedoch flexibel bei An- und Abreise ist oder nur eine Woche verreisen möchte, findet aber auch kurzfristig noch Oster-Angebote.“  

Nach dem langen Winter sind auch die warmen Ziele Mittelamerikas stark gefragt. Die Dominikanische Republik, Kuba und Mexiko führen die Rangliste an – obwohl auch hier freie Plätze bereits rar sind. Das ebenfalls gut gebuchte Thailand hat dieses Problem nicht, die Malediven hingegen gelten bereits als so gut wie ausgebucht. Spätentscheider, die die Inselwelt im Indischen Ozean auf dem Wunschzettel haben, müssen schon arge Kompromisse bei Termin oder Abflughafen machen. Freie Plätze gibt es hingegen noch für Mauritius und Kenia.

Die Zeit um Ostern ist neben dem Herbst auch die Hochzeit der Städtereisen. Ein paar Tage Tapetenwechsel, mal eintauchen in eine lange nicht besuchte Großstadt, mit anderen Museen und gastronomischen Offenbarungen, so lauten die Motive der Reisenden. Bei diesen Zielen werden besonders gern Rom, London, Prag und Europas Kulturhauptstadt 2010, Istanbul, gebucht. In Deutschland rangieren München und Berlin weit vorn.

Wer mit dem Auto reist, entscheidet sich über Ostern oft für Ferienwohnungen in Dänemark, an der deutschen Ostsee, in den Dolomiten oder am Gardasee, wo man bereits auf die ersten Frühlingslüftchen hoffen darf. Grundsätzlich seien auch die Eigenanreise-Ziele in Italien, Frankreich und Spanien in der letzten März- und in der ersten April-Woche bereits sehr gut gebucht, sagen Veranstalter.

Oft zu Unrecht etwas geringschätzig betrachtet werden Busreisen. Wer sich das Angebot etwa der Berliner Veranstalter anschaut, wird jedoch feststellen, dass die Palette ausgesprochen breit gefächert ist. Ob „Ostern in Flandern“ oder „Frühlingserwachen in England“ – kaum ein Ziel, das die Busse nicht ansteuern. Wem lange Fahrten in (tatsächlich komfortablen) Reisebussen nicht liegen, sieht sich auch einer noch größeren Auswahl an deutschen Zielen gegenüber, namentlich ostdeutschen. Dabei muss es nicht immer Dresden sein. Ganz nah liegt etwa der Fleesensee in Mecklenburg-Vorpommern, wo sich der eher sportlich-aktive Gast wohlfühlen wird. Wer hingegen kulturelle Eindrücke sammeln möchte, kann für ein paar Tage nach Meißen, Erfurt oder Weimar reisen. Für Wanderer könnte Ostern in diesem Jahr etwas zu früh kommen. Die Schneefälle im Thüringer Wald, Erzgebirge und Harz waren doch so ergiebig, dass zu den Feiertagen möglicherweise noch mehr als Reste übrig sind.

Überhaupt stellen auch die Reiseveranstalter wieder einmal fest: Zu den beliebtesten Osterreisezielen zählt Deutschland. Und wer sich seinen Urlaub auf eigene Faust organisiert, wird feststellen: Die Buchungslage ist ganz entspannt, es gibt ein ausreichend großes Angebot selbst bei verstärkter Nachfrage. Ähnlich verhält es sich übrigens sowohl in Österreich als auch in der Schweiz.

Wer die Zeit um Ostern nicht für Verwandtenbesuche nutzt, sondern lieber ein paar Tage ausspannen will, ohne für die Anreise großen Aufwand zu betreiben und – nicht zuletzt – die Kosten im Rahmen halten möchte, wird aus Berliner Sicht auch quasi vor der Haustür fündig. Die Auswahl an kleinen und großen Hotels, mit Wellness-Einrichtungen oder ohne, ist in den vergangenen Jahren in Brandenburg so gewachsen, dass selbst reiseerfahrene Menschen immer wieder überrascht sind, welche „Perlen“ man finden kann. Hilfreich bei der Suche nach Urlaubsmöglichkeiten in der Region ist die Internetseite der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (www.reiseland-brandenburg.de). Telefonische Auskunft gibt es unter 03 31 / 200 47 47

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