Reise : Paradores: Gute Nacht im Turm

Burgen und Schlösser, Landsitze und Festungen, Paläste und Klöster: Spanien steckt voller alter Gemäuer. Und die sind eben nicht nur zum Anschauen da, sondern man kann – sehr stilvoll – darin wohnen. 1928 eröffnete König Alfonso XIII. den ersten „Parador de Turismo“ unweit von Madrid. Inzwischen gibt es landesweit 93 Häuser, die zu der exquisiten spanischen Hotelkette gehören. Eine Aktiengesellschaft steckt dahinter, deren einziger Aktionär der spanische Staat ist. Sein Anliegen: Erstens soll das kulturhistorische Erbe des Landes gerettet werden, zweitens könnten durch Paradores auch touristisch unterentwickelte Regionen profitieren.

Denn längst schon sind die Paradores Ziele an sich geworden. Der Parador de Oropesa etwa, wehrhaftes Schloss aus dem 14. Jahrhundert, liegt abseits größerer Städte, bietet aber viel Ruhe und spektakuläre Aussichten auf das Gebirge Sierra de Gredos. Kaum jemand würde wahrscheinlich den Weg ins abgeschiedene Santillana del Mar in Kantabrien finden, gäbe es da nicht ein Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert, das zum Parador Santillana Gil Blas geworden ist. Und wer in der Extremadura zum Beispiel in Zafra, Mérida oder Caceres außergewöhnlich logieren will, bucht jeweils den örtlichen Parador.

Eine Übernachtung im Doppelzimmer eines solchen Hotels kostet in der Vor- und Nachsaison, je nach Ausstattung, zwischen 115 und 155 Euro. Das Frühstück wird mit rund 14 Euro extra berechnet. Wer auf einer Spanienreise mehrfach in Paradores übernachten will, bekommt ordentlich Rabatt. Auf zwei Nächte im selben Parador gibt es 20 Prozent Nachlass. Junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren zahlen pro Person und Nacht 48 Euro, Menschen über 60 zahlen 35 Prozent weniger.

Verlockend ist eine Spanienreise, bei der die Touristen von Parador zu Parador fahren. Mit einer Karte für fünf Übernachtungen kostet eine dann 90 Euro. Wer sich seine Tour nicht selbst zusammenstellen will, kann Rundreisen buchen. Eine führt zum Beispiel durch das grüne Spanien von Kantabrien durch Galizien, durch das Land des Don Quichotte oder auf dem Silberweg durch die Extremadura. Die Touren dauern jeweils acht Tage und kosten 473 Euro pro Person im Doppelzimmer eines Paradors. Ein Mietwagen ist im Preis eingeschlossen.

Die Liste der Paradores wächst von Jahr zu Jahr. Derzeit entsteht etwa in Madrid eine Nobelherberge in einem alten Frauengefängnis, auf Ibiza wird ein Schloss aus dem 18. Jahrhundert zum Parador, in Veruela (Saragossa) wird ein ehemaliges Zisterzienserkloster zum Parador umgewandelt. Wer nicht in einem Parador wohnt, sollte dort wenigstens zum – meist ausgezeichneten – Essen einkehren. Aber er wird am Ende des Abends jenen neidvoll hinterherblicken, die zum Beispiel in Cuenca zu ihrem Turmzimmer hinaufsteigen. kai

Informationen: Die Touren können gebucht werden bei Ibero Tours, Düsseldorf, Telefonnummer: 02 11 / 864 15 20, E-Mail: iberotours@ibero.com, www.paradores.es

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