RÄTSELN & Reisen : Kunst und Kreativität des Baltikums erleben – fünf Tage in Vilnius

Die litauische Hauptstadt Vilnius wird 2009 Kulturhauptstadt Europas. Eine gute Gelegenheit, die Metropole mit dem behaglichen Charme und der sprühenden Kreativität persönlich kennenzulernen. Die Gewinner fliegen für fünf Tage nach Litauen (die Flüge sind gültig bis März 2009). Von Berlin-Tegel geht es mit Air Baltic in der Business Class binnen anderthalb Stunden nach Vilnius. Sie sind in einem zentral gelegenen First-Class-Reval-Hotel untergebracht, wo sie auch frühstücken. Nach verschiedenen interessanten Stadtrundgängen erwartet die beiden Gewinner abends ein Candle-Light-Dinner in gediegener Atmosphäre.

Um die Reise zu gewinnen, müssen Sie alle fünf Fragen richtig beantworten und etwas Glück haben.

1.KULTURELLES

2009 ist es so weit. Dann wird Vilnius unter dem Motto „Lebendige Kultur Europa“ Kulturhauptstadt des Kontinents sein. Über 40 barocke Kirchen geben der Altstadt das unverwechselbare Gesicht. Aber Vilnius ist auch eine junge Stadt, voll kreativer Talente. Man gibt sich spielerisch-originell, ja überschäumend. Die Besucher erwarten denn auch Technokonzerte in Seeschlössern, das Festival der Straßenmusikanten oder experimentelle Inszenierungen in den alternativen Jungtheatern. Diese Synthese aus Verspieltheit und Traditionsbewusstsein – ohne äußeren Pomp – hat übrigens auch in der Kirchenarchitektur ihren Ausdruck gefunden. In Vilnius steht ein filigraner Bau in rötlicher Backsteingotik, den schon Napoleon am liebsten „auf Händen nach Paris“ tragen wollte. Wie heißt diese Kirche?

2. LANDESKUNDLICHES

Bis heute ist es für die Bewohner der drei Ostseeländer Litauen, Lettland und Estland keineswegs selbstverständlich, sich unterschiedslos als „Balten“ bezeichnen zu lassen. Zu verschieden sind die historischen Prägungen. Während das Nordbaltikum im Hochmittelalter unter den Einfluss des Deutschherrenordens sowie der Lübecker und Hamburger Hanse geriet und später protestantisch wurde, neigte das südlicher gelegene Litauen dem katholischen Polen zu. Auch in der Sprache gibt es große Unterschiede. Estnisch gehört zu den finno-ugrischen Sprachen, Litauisch und Lettisch dagegen sind mit Sanskrit verwandt. Doch selbst Litauer und Letten können einander nicht richtig verstehen. Aus der Ferne betrachtet, haben die drei waldreichen Ostsee-Anrainer allerdings eine Gemeinsamkeit, die sie auch für Touristen interessant macht. Man findet an ihren Küsten nämlich einen ganz besonderen Stein, der von jeher die Fantasie beflügelte. Um welchen maritimen Schmuckstein handelt es sich?

3. KÜNSTLERISCHES

Oft liegen in Litauen Traditionelles und Modernes dicht beieinander. Nur 20 Kilometer von Vilnius’ Stadtzentrum entfernt erstreckt sich der Europapark, Litauens einziges Freilichtmuseum für zeitgenössische Kunst. Auf 55 Hektar Waldgelände wurde ein Garten mit 90 Skulpturen von Künstlern aus 29 Ländern geschaffen. Dazu gehört auch eine Pyramide, die den genauen geografischen Mittelpunkt Europas markiert. In ihren Bodenplatten sind die Abstände zu den anderen europäischen Hauptstädten vermerkt. Doch welcher litauische Bildhauer schuf die Pyramide? Er war es auch, auf dessen Initiative 1991 der Europapark gegründet wurde.

4. KULINARISCHES

Der typische Geschmack einer waldreichen Nation wie Litauen findet sich gerade im Herbst in den Pilzen wieder. Sie zu garen, ist Kult in der baltischen Ostseerepublik. Manche behaupten, es gebe mehr verschiedene Pilzgerichte, als Litauen Einwohner hat – und das sind immerhin 3,5 Millionen. Insbesondere die dünn besiedelte Waldregion Dzukija südwestlich von Vilnius hat eine Vielzahl schmackhafter Rezepte hervorgebracht. Das sind nicht nur die typischen Pfifferlingssuppen und die beliebten Pilznockerl. Als echte Delikatesse gelten eingesalzene Milchpilze oder auch in Butter gedünstete Reizker. Es gibt Dutzende von Zubereitungsarten in den ländlichen Wirtshäusern und Schenken für Rotkappen, Maronen und Steinpilze. Aus Kräutern und Honig wird im Waldland übrigens auch ein Getränk hergestellt, das mit seinen bis zu 56 Prozent Alkohol so manchem Unbedarften rasch den Kopf verdrehen kann. Was für eine Alkoholspezialität ist das?

5. FALSCHES

Litauen übt sich im Spagat zwischen Vergangenheit und Zukunft. Daher stoßen die Besucher auch auf allerhand kulturelle Kuriositäten, die im westlichen Europa eher Seltenheitswert besitzen.

Hierzu gehören auch die nicht einmal 300 Karäer, eine uralte, jüdischstämmige Sekte aus dem 8. Jahrhundert. Diese kleinste Volksgruppe Litauens, von deren Angehörigen die meisten in der Stadt Trakai oder in Vilnius leben, erkennt weder den Talmud noch die rabbinische Tradition an. Ihnen gilt das Alte Testament als verbindlich. Diese letzten „Biblischen“ konnten ihre Glaubensgemeinschaft über 1000 Jahre lang behaupten, selbst gegen den Naziterror. Doch nun droht das Aus für die Kultur der Karamäer. Denn nur die Älteren sprechen noch vollständig Karaimisch, eine Turksprache.

Um eine neue sprachliche Identität bemühen sich unterdessen die „50 von Wilna“. Diese Gruppe aus Linguisten und Dichtern arbeitet an einer panbaltischen Gemeinschaftssprache, um der Amerikanisierung der Gesellschaft mit ihren Anglizismen entgegenzuwirken. Ihre Kunstsprache heißt „Supra-Estleli“ und ist eine Art Ostsee-Esperanto, das wesentliche Elemente des Estnischen, Lettischen und Litauischen des enthält.

Dass man Ernst macht in Vilnius, wenn es um die Kultur geht, zeigt auch das Beispiel von Uzupis, dem Künstlerviertel über dem Fluss. Am 1. April 1997 haben die 2000 Einwohner ihren Stadtteil zur Republik ausgerufen und als Gründungsakt ein feuchtfröhliches barockes Fest gefeiert. Die Verfassung der Republik von Uzupis garantiert jedem Bürger unter anderem das Recht, unglücklich zu sein und missverstanden zu werden. Ein Kuriosum, das sogar den Dalai Lama 2001 ins litauische Montmartre lockte.

Was ist falsch? asw

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