Rätseln & Reisen : Marseille entdecken

Es ist das intensive Blau des Himmels in Südfrankreich, es sind die vielen Sonnenblumenfelder, die Maler wie Matisse oder Picasso begeisterten. Die Landschaft ist genauso reizvoll wie die charmante Architektur der Dörfer und Städte. Schmiedeeiserne Balkone, verzierte Fassaden und überall Fensterläden in teils etwas abgeblätterter Pracht. Dazwischen üppig blühende Bougainvilleas und Palmen.

Der Gewinner unseres heutigen Rätsels wird mit einer Begleitperson seiner Wahl sechs Tage in der Hafenmetropole Marseille verbringen. Unterkunft bietet das Vier-Sterne-Hotel Radisson direkt am Alten Hafen. Nach Marseille starten die Gewinner mit Germanwings in Berlin-Schönefeld und landen – nach einem Zwischenstopp in Köln/Bonn – in Frankreichs zweitgrößter Stadt.

Von Marseille aus lässt sich die Südprovence hervorragend erkunden. Entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Mietwagen. Binnen einer halben Stunde ist man auf den Frioul-Inseln, der provencalischen Hügellandschaft, in Aix- en-Provence oder im hübschen Fischerdorf Cassis am Meer.

Um die Reise zu gewinnen, müssen Sie alle fünf Fragen richtig beantworten und etwas Glück haben.

1. KLIMATISCHES

Es klingt nach leeren Prospektversprechungen: kosmopolitisches Hafenstadtflair, eine wilde, ursprüngliche Natur und eine jahrtausendealte Kulturlandschaft, geprägt von Stadtpalästen und blühendem Ginster – das alles soll binnen 20 Autominuten erreichbar sein. Übertrieben? Keineswegs. Marseille ist das Sprungbrett etwa nach Aix-en-Provence, von wo sich der Maler Paul Cezanne zum Mt. Saint Victoire aufmachte und in einem unvergleichlichen Licht die moderne Malerei begründete. In der Mittagsglut scheinen Berge und Blumen zu leuchten, und das hängt vor allem mit einem Wind aus dem Norden zusammen, der die Gegend in klare Helligkeit taucht. Wie heißt er?

2. METROPOLITANES

Vom Schmuddelimage Marseilles kann schon lange keine Rede mehr sein. Im Gegenteil, die Hafenmetropole ist en vogue. Seit der Schnellzug TGV Marseille von Paris aus in nur drei Stunden erreicht, fluten die Hauptstädter herbei. Hier stößt der Orient auf den Okzident – etwa im Maghrebiner-Quartier Belsunce mit seinen Teestuben und Gemüsemärkten. Doch auch Westafrikaner und Kariben auf dem quirligen Quai du Port geben Marseille ein farbiges Gesicht. Marseilles wahre Magie aber entspringt dem Meer. Schon die reichen Reeder, die sich ihre Panoramavillen an die Corniche bauten, wussten es. Vielleicht steht dem subtropischen Marseille eine Blütezeit bevor, wie damals im 19. Jahrhundert, als der Prachtboulevard La Canebière entstand. Übrigens: Wonach ist La Canebière benannt?

3. ANTIKES

Wer nach Aix – der Hauptstadt der Provence – kommt, unternimmt eine Reise durch die Zeit. Durch Antike, Renaissance und Revolutionszeit. Nicht nur einzelne Straßenzüge bestehen aus historischen Bauten, sondern das gesamte Zentrum der Universitätsstadt mit ihren 36 000 Studenten. Wer hier durch die Gassen und über Boulevards schlendert, passiert prächtig restaurierte Herrensitze aus dem Barock und Rokoko. Auch die mediterran geprägte Natur der Provence macht ihren Einfluss auf den Lebensgenuss geltend. Das schätzten schon die Römer, die als Erste die Thermal- und Mineralquellen von Aix-en-Provence im großen Stil nutzten. Was bedeutet das Wort Aix?



4. MINERALISCHES

Maler wie Matisse verguckten sich auf Anhieb in das kleine Nest Cassis. Es liegt spektakulär unter den 400 Meter hohen Sandsteinfelsen von Cap Canaille. Die 8000-Seelen-Gemeinde verkörpert für die Wochenendurlauber aus Marseille bis heute das unverfälschte südfranzösische Leben. Und auch die Natur. Das beliebte Wandergebiet der Calanques, eiszeitliche Fjorde zwischen Cassis und Marseille, soll zum Nationalpark werden. Doch aus welchem Gestein formten sich die Kalanken? Daraus ist auch der Sockel der US-Freiheitsstatue gehauen.

5. FALSCHES

Marseille ist auch die Stadt der Seefestungen. Die wohl bekannteste ist die kleine Inselfestung Chateau d’If von 1524, sie gehört zu den Frioul-Inseln vor dem Hafen. Hier wurde „Der Graf von Monte Christo“ in Alexandre Dumas’ gleichnamigem Abenteuerroman brutal eingekerkert. Jedes Jahr pilgern viele Dumas-Fans nach Chateau d’If, um sich im Verlies des sagenhaften Edelmannes zu gruseln. Doch besitzt die Sache einen Haken. Ein Graf von Monte Christo hat in Chateau d’If nie eingesessen, Dumas hat das erfunden.

Marseilles Seefestungen übten auch auf Pablo Picasso eine unwiderstehliche Anziehungskraft aus. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts erwarb er auf der Frioul-Insel Pomègues das halb zerfallene Fort Richelieu – behielt es allerdings nur für anderthalb Jahre. Hier entstanden die kubistischen Studien heller Kalkfelsen aus Picassos weißer Periode. In den „Erinnerungen eines Fährmanns“ erzählt Barkassenkapitän Lucien Plaque, wie der überschwängliche Picasso während der Überfahrten nach Pomègues aus seiner groben Malerleinwand immer für ihn und sich Zigaretten drehte.

Dabei passierte die Barkasse mit Picasso auch jedes Mal die Einfahrt des Alten Hafens, wo steuerbord und backbord zwei Festungsanlagen thronen. Das Fort Saint Nicolas und das Fort Saint Jean. Louis XIV. ließ die Bollwerke im 17. Jahrhundert errichten. Aber nicht etwa, um die Angriffe feindlicher Schiffe abzuwehren. Es ging ihm vielmehr darum, die eigene Bevölkerung dadurch einzuschüchtern. Die beiden Forts sollten aufmüpfige Untertanen an die Macht des Sonnenkönigs gemahnen, der damals im fernen Versailles residierte.

Was ist falsch? asw

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