RECHT & REISE : RECHT & REISE

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Unterbrechung

Muss ein Mann, der mit seiner Ehefrau eine einmonatige Südamerikareise macht, mit einem Lungenödem (das infolge einer Höhenkrankheit aufgetreten ist) für fünf Tage ins Krankenhaus, so kann er nach seiner Rückkehr keine Leistungen aus der Reiseabbruchversicherung verlangen, wenn er die Tour nach dem Krankenhausaufenthalt fortsetzt. Denn Sinn und Zweck einer Reiseabbruchversicherung sei es, so das Gericht, sich vor hohen Aufwendungen für den Fall eines „unerwarteten Ereignisses“ zu schützen, das den Totalverlust einer Reise zur Folge habe. Eine Erweiterung der Versicherungsleistung für den Fall einer Unterbrechung sei nicht vereinbart. (Amtsgericht München, Aktenzeichen: 223 C 27643/09)

Affenbiss Ein Tourist, der in Kenia mit einer Banane in der Hand unterwegs war und von einem Affen gebissen wurde, kann kein Schmerzensgeld vom Reiseveranstalter verlangen. Im konkreten Fall war der Tourist durch ein Warnschild am Hotel und bei einer Veranstaltung darüber informiert worden, dass von Affen Gefahr ausgehe. Dennoch lief er auf dem Hotelgelände mit einer Banane herum, wurde von einem Affen „angegangen“ und in den Zeigefinger gebissen. Das Argument des Reisenden, er habe tagelang unter Schmerzen gelitten, weil sich der Finger entzündet habe, zog nicht. Denn er hatte „schuldhaft“ gehandelt – und nicht der Reiseveranstalter seine Verkehrssicherungspflicht verletzt. Er forderte vergeblich 1700 Euro. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 138 C 379/10)

Storno Will ein Versicherter seine Reiserücktrittskostenversicherung wegen der Stornierung seiner geplanten Reise in Anspruch nehmen, weil eine unerwartet schwere Erkrankung oder eine unerwartete Verschlechterung einer latent bestehenden Erkrankung dazu geführt hat, so muss er nicht unbedingt noch am selben Tag, an dem er von dem Absagegrund erfährt, stornieren. Es sei ausreichend, wenn er sich am nächsten Tag bei der Versicherung melde, so das Gericht. (Oberlandesgericht Karlsruhe, Aktenzeichen: 12 U 155/09) Wolfgang Büser

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