RECHT & REISE : RECHT & REISE

Meerblick fehlt

Der Katalog versprach Meerblick, doch der Urlauber sieht nur die Wand des Hotels gegenüber. In Fällen wie diesem dürfen Reisende Geld vom Veranstalter zurückfordern. In einem Fall hielt das Amtsgericht Duisburg eine Reisepreisminderung von sieben Prozent für angemessen. Auf das Urteil weist die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in der Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“ hin (Aktenzeichen: 53 C 4617/09). Im verhandelten Fall ging es um eine Ibiza- Reise. Der Veranstalter hatte das Hotel als Haus mit „fantastischem Meerblick“ angepriesen. Dass von den zugewiesenen Zimmern das Mittelmeer nicht zu sehen war, sei ein Reisemangel gewesen, befand das Gericht. Es wies allerdings zugleich darauf hin, dass die Touristen keine Entschädigung bekommen hätten, wenn der Meerblick lediglich eingeschränkt, also der bekannte „seitliche Meerblick“ vorhanden gewesen wäre. Schließlich sei im Katalog ein direkter, unverbauter Meerblick den Urlaubern nicht zugesichert worden.

Salmonellen Urlauber haben nur dann Anspruch auf Schadenersatz für Brechdurchfall und Magenkrämpfe, wenn das Hotel dafür verantwortlich war. Wenn nicht einmal zehn Prozent der Urlauber erkrankt waren, spreche aber wenig dafür, entschied das Landgericht Leipzig (Aktenzeichen: 5 O 1659/10). Die Klägerin hatte eine 15-tägige Reise in die Türkei gebucht. Ihr Kind bekam dort Fieber, Brechdurchfall und Magenkrämpfe. Nach vier Tagen im Bett musste es ins Krankenhaus. Auch zwei andere Kinder der Klägerin erkrankten. Eine Untersuchung ergab, dass Salmonellen der Auslöser waren. Die Klägerin beschwerte sich über mangelnde Hygiene in Küche, Restaurant und Pool, über unzureichende Kühlung der Lebensmittel und verdorbene Speisen. Sie forderte den gesamten Reisepreis zurück und verlangte außerdem Schadenersatz. Der Veranstalter zahlte jedoch nur 231 Euro – ein Zehntel des Reisepreises – und lehnte weitere Leistungen ab. Zu Recht, entschied das Gericht. Die Klage sei unbegründet. Dass das Hotel für die Erkrankung verantwortlich ist, habe die Klägerin nicht beweisen können. dpa

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