RECHT & REISE : RECHT & REISE

Unverzüglich

Wollen Pauschalurlauber von ihrem Reiseveranstalter für mangelhafte Leistungen während ihrer Reise Schadenersatz erhalten, so haben sie ihre Ansprüche spätestens binnen eines Monats nach der Reise geltend zu machen. Dasselbe gilt für eine gesetzliche Krankenkasse, die ihrem Mitglied wegen eines Unfalls während des Urlaubs, wofür der Reiseveranstalter einzutreten hat, Leistungen gewährt hat. Hier rechnet die Monatsfrist allerdings nicht vom Tag der Rückreise ihres Mitglieds an, sondern vom Tag der Kenntnis davon, dass der Reiseveranstalter verantwortlich war – auch wenn der Krankenkasse dies erst Wochen später bekannt wird. Dann aber muss der Schadenersatzanspruch „unverzüglich“ angemeldet werden. Da dies die Kasse erst nach 20 Tagen tat, wurde der Anspruch in Höhe von mehr als 6600 Euro zurückgewiesen. (Landgericht Düsseldorf, Aktenzeichen: 5 O 240/08)

Mängelrüge An sich muss ein Reiseveranstalter, der von einem Kunden auf Preisminderung wegen Mängeln in der Hotelanlage in Anspruch genommen wird, nachweisen, dass er durch den Reisenden nicht darüber in Kenntnis gesetzt worden sei. Da dies naturgemäß schwer sein dürfte, kam das Landgericht Frankfurt am Main zu einer „differenzierten Lösung“ des Problems. Ist unstreitig, dass für solche Fälle „eine Person vorhanden war, die für die Entgegennahme von Mängelanzeigen zuständig“ war, und behauptet der Veranstalter, dass bei dieser Person eine Anzeige „überhaupt nicht oder zu einem späteren Zeitpunkt eingegangen“ sei, so ist wiederum der Reisende am Zug. Er muss dann glaubhaft machen, wann, durch wen und wem gegenüber früher als von der Gegenseite behauptet die Mängelrüge erhoben worden ist. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/24 S 135/09)

Verunglückt Ist unklar, ob Kunden eines Reisebüros dieses oder den Reiseveranstalter für einen Unfall während eines organisierten Transfers schadenersatzpflichtig machen können, so kann es auf den „Eindruck“ der Verunglückten ankommen, wen sie in Anspruch nehmen können. Das Oberlandesgericht (OLG) Köln: Die Abgrenzung zwischen Eigen- und Fremdleistungen richtet sich danach, ob der Reiseveranstalter durch sein Auftreten dem Reisenden gegenüber den Eindruck einer Eigenleistung erweckt hat. Die Erklärungen einer in den Reiseunterlagen als „Kontaktperson“ an Ort und Stelle bezeichneten Person sind dem Reiseveranstalter zuzurechnen. Und die weitere Erklärung, eine zusätzliche Fahrt sei mit dem Reiseveranstalter abgestimmt, führt dazu, dass sie „zum Bestandteil der Reiseleistungen“ wird. Auf diesen verschlungenen Pfaden kam das OLG zu dem Ergebnis, dass ein Reisender, der bei einem Ausflug schwer verletzt wurde, seine Ansprüche gegen den Reiseveranstalter geltend machen konnte. Der hatte sich dagegen gesträubt, weil die Fahrt am Urlaubsort – hier in Kenia – nicht von ihm organisiert worden sei. (Oberlandesgericht Köln, Aktenzeichen: 16 U 3/10)

Dreibettzimmer Bucht ein Ehepaar mit seinem volljährigen Sohn für eine (hier: Mexiko-)Rundreise jeweils Dreibettzimmer, wird aber verschiedentlich nur ein Zweibettzimmer geboten, so können die beiden, die sich ein Bett teilen mussten, eine Preisminderung von 25 Prozent geltend machen. Kein Geld zurück gibt es für den Fall, dass einmal zwar drei Betten zur Verfügung standen, sich aber durch das dritte Bett „eine gewisse Enge“ in dem Zimmer ergeben hatte. Dabei handelt es sich für eine Nacht nur um eine „Unannehmlichkeit“, nicht um einen Mangel. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/24 S 176/10) büs

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