RECHT & REISE : RECHT & REISE

Gipfeltreffen

Prallen in Österreich zwei Deutsche aufeinander (hier auf einer Skipiste), so ist der sich daraus ergebende Streitfall zwar grundsätzlich nach deutschem Recht abzuwickeln, sofern beide in Deutschland wohnen. Das an sich maßgebende deutsche Schadenersatzrecht ändert jedoch nichts daran, dass die „Verhaltensvorschriften am Unfallort für die Haftung maßgeblich“ sind. Insofern richten sich die zugrunde liegenden Verhaltens- und Sorgfaltspflichten nach den Regeln des internationalen Skiverbands (Fis). Diese Regeln gelten (unter anderem) in Österreich als „Gewohnheitsrecht“ ohne Wenn und Aber – während sie in Deutschland nur als Richtschnur dienen. Nach den Regeln trägt bei einem Unfall auf der Skipiste, der durch einen nachfahrenden Skifahrer verursacht wurde, generell dieser die volle Schuld – unabhängig davon, ob der Vorausfahrende zum Beispiel „unkontrolliert in weiten Schwüngen“ den Hang hinabsauste. Ein Mitverschulden, wie nach deutschem Recht in solchen Fällen nicht unüblich, schloss das Gericht deshalb aus. (Oberlandesgericht Koblenz, Aktenzeichen: 5 U 1273/10) büs

Platz da! Gestrandete Flugpassagiere haben keinen Vorrang. Denn anderen Fluggästen, die ein regulär gebuchtes Ticket haben, könne dieses nicht einfach entzogen werden, urteilte das Landgericht Frankfurt am Main. Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht. In dem Fall saß ein Ehepaar wegen des Vulkanausbruchs in Island zunächst auf der Karibikinsel Antigua fest und konnte seinen Rückflug erst neun Tage später von St. Lucia aus antreten. Dafür forderte es von der Fluggesellschaft die Rückerstattung der zusätzlichen Kosten sowie des Verdienstausfalls. Das Gericht entschied, dass Passagiere mit einer regulären Buchung grundsätzlich Vorrang haben. In dem verhandelten Fall habe die Fluggesellschaft allerdings nicht konkret darlegen können, dass auf anderen Flügen keine Plätze mehr für das Ehepaar frei waren. Deshalb stehe dem Ehepaar Schadenersatz zu.(Az.: 2-24 O 99/11). dpa

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