RECHT & REISE : RECHT & REISE

Eine Routenänderung

bei einer Kreuzfahrt ist nicht immer ein Reisemangel. Als solcher gilt hingegen, wenn die Änderung in der Verantwortung der Reederei liegt. Der Kläger hatte eine Kreuzfahrt gebucht, bei der auch Cadiz in Südspanien und Tanger in Marokko angelaufen werden sollten. Die Reederei strich diese beiden Ziele, weil in den Häfen die Schiffsversorgung nicht gesichert schien. Das sei „ausschließlich der Risikosphäre des Reiseveranstalters“ zuzurechnen, argumentierte das Gericht. Weil damit außerdem das Anlaufen des einzigen Hafens auf afrikanischem Boden entfiel, sei das als noch schwerwiegender zu werten. Der Reisepreis sei daher für die beiden entsprechenden Tage um 30 beziehungsweise 50 Prozent zu mindern. Der Kläger erhielt knapp 80 Euro zurück. (Amtsgericht Rostock, Aktenzeichen: 47 C 400/10). dpa

Die Koffer eines Ehepaares gelangten erst mit Tagen Verspätung auf das gebuchte Kreuzfahrtschiff. Die Betroffenen Passagiere minderten den Reisepreis nachträglich. Die geforderten 90 Prozent pro Tagesreisepreis konnten sie jedoch nicht durchsetzen. Das Amtsgericht München sprach den Reisenden 30 Prozent zu. Sie hätten trotz der fehlenden Kleidungsstücke – an Bord gab es nur T-Shirts & Co. – und Hygieneartikel „an einer Vielzahl der Veranstaltungen“ teilnehmen können – auch beispielsweise an dem Gala-Essen am Silvesterabend oder an Tanz- und Theaterveranstaltungen. Es handele sich bei den fehlenden Koffern zwar um eine Beeinträchtigung, befand das Gericht, nicht jedoch um eine derartig „heftige“, dass sie Depressionen verursachen könnte. Für „das Hocken in der Kabine“ hatte das Paar „Schmerzensgeld“ für vertane Urlaubszeit gefordert – vergeblich. (Aktenzeichen: 132 C 20772/08) büs

Ein Rauchverbot in den Kabinen wurde nach Buchung einer Kreuzfahrt eingeführt. Das nahm ein Mann zum Anlass, von der Reise zurückzutreten. Der Veranstalter forderte eine Stornogebühr, die der Kunde jedoch nicht zahlen wollte. Das Oberlandesgericht Rostock urteilte, dass in dem Rauchverbot eine „Änderung einer wesentlichen Reiseleistung“ liege. Das habe zur Folge, dass Reisende, die damit nicht einverstanden sind, vor Reisebeginn kostenfrei vom Vertrag zurücktreten können. (Aktenzeichen: 1 U 183/08)büs

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