RECHT & REISE : RECHT & REISE

Bodenhaftung

Verunglückt ein Fluggast im Flughafen, so haftet die Fluggesellschaft für den Unfall nicht. Denn die Airline ist nur für eine Verletzung im Zusammenhang mit einer Luftbeförderung verantwortlich, wenn sich der Passagier bereits in ihrer Obhut befindet. Im konkreten Fall war eine Frau – gemeinsam mit ihrer gehbehinderten Kollegin – nach dem Einchecken in einem offenen Elektrokart auf dem Weg zum Flieger verunglückt. Die Frau hatte seitlich die Beine heraushängen lassen und wurde von einem automatisch schließenden Tor erheblich verletzt. Der Flughafenbetreiber konnte nicht für den Unfall haftbar gemacht werden, also wollte die Verunglückte den Schaden von der Fluggesellschaft ersetzt haben. Zu Unrecht. Das Unglück stand mit einer luftfahrttypischen Gefahr nicht im Zusammenhang. (Landgericht Köln, Aktenzeichen: 8 O 257/10)

Sicherheit am Urlaubsort Reiseveranstalter müssen die Sicherheit am Urlaubsort nicht durch Techniker überprüfen lassen. Ein Kläger hatte auf einer Tauchsafari schwerste Verbrennungen erlitten. Beim Ablegen des Schiffs hatte sich ein Heißwasserbehälter aus der Verankerung gelöst, der Mann war auf den Boden ins heiße Wasser gestürzt. Die Verbrennungen führten zu einem Grad der Behinderung von 80 Prozent. Der Kläger verlangte 140 000 Euro Schmerzensgeld sowie Schadenersatz. Die Richter lehnten die Klage ab. Der Mann trage selbst Schuld, weil er sich beim Ablegen an der Theke aufgehalten hat, obwohl davon abgeraten wurde. (Landgericht Potsdam, Aktenzeichen: 10 O 121/10). büs

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