RECHT & REISE : RECHT & REISE

Rückwärts nimmer

Macht ein Ehepaar Urlaub am Gardasee und fahren die Partner mit dem Motorboot eines Bekannten Wasserski, so haften sowohl der mitfahrende Bekannte als auch der Ehemann für die Verletzungen der Frau, die sie sich zuzog, weil der am Steuer sitzende Mann einen falschen Gang eingelegt hatte und seine Angetraute in die Schiffsschraube geriet. Er hatte die beiden Gashebel nach vorne gedrückt, was – anders als bei seinem eigenen Boot – dazu führte, dass der Rückwärtsgang eingelegt wurde. Die Vorinstanz sah die Schuld an dem Unglück zu 80 Prozent beim Eigentümer des Bootes, weil dem Ehemann lediglich ein „Augenblicksversagen“ vorzuwerfen sei. Der Bundesgerichtshof (BGH) revidierte das jedoch. Denn ebenso wenig wie bei einem Unfall im Straßenverkehr könne eine Haftungserleichterung für den Gatten greifen. Im Straßenverkehr könne sich auch niemand darauf berufen, „er pflege Verkehrsvorschriften zu missachten“. Der Ehemann haftet also für die Unfallfolgen mit; in welcher Höhe, muss wiederum noch das Oberlandesgericht Nürnberg entscheiden. (BGH, Aktenzeichen: VI ZR 79/08) bues

Mal wieder: Baustelle Urlauber bekommen einen Teil ihres Reisepreises zurückerstattet, wenn das gebuchte Hotel noch nicht fertig ist. Fehlende Angebote und Einrichtungen sowie Baustellenlärm stellten einen erheblichen Mangel dar, urteilte das Landgericht Frankfurt/Main. Die Kläger hatten eine Reise in ein tunesisches Hotel gebucht. Weil es nicht fertiggestellt war, forderten sie eine Minderung des Reisepreises in Höhe von 80 Prozent. Sie bekamen recht, allerdings nur eine Reisepreisminderung von 60 Prozent zugesprochen. (Landgericht Frankfurt, Aktenzeichen: 2-24 S 185/10) dpa

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