RECHT & REISE : RECHT & REISE

Absitzen

Steht bereits vor Antritt eines Reiterurlaubs fest, dass die im Prospekt angekündigten Ausritte witterungsbedingt nicht stattfinden können, so hat der Reiseveranstalter seine Kunden darüber zu informieren. Tut er das nicht, hat er auf Verlangen den Reisepreis zu erstatten und „Schmerzensgeld“ (Schadenersatz für „entgangene Urlaubsfreuden“) zu zahlen. Hier wurde dem Paar erst bei Ankunft im Hotel in Ungarn mitgeteilt, dass wegen eines bereits zwei Wochen andauernden Regens die Ausritte in die Puszta nicht stattfinden könnten. Die beiden reisten sofort zurück. Und das Gericht sprach ihnen den verlangten Ersatz zu, weil es sich von dem Argument des Reiseveranstalters, „für die Witterungsverhältnisse nicht verantwortlich“ zu sein, nicht überzeugen ließ. Zwar stimme die Aussage im Kern, jedoch bestehe gegenüber den Kunden eine „reisevertragliche Schutz- und Treuepflicht“. Dieser Pflicht zu genügen, hätte es eines Hinweises im Reiseprospekt bedurft... (Landgericht Darmstadt, Aktenzeichen: 25 S 142/11) büs

Reiserücktritt bei Venenleiden Es kann „kein Zweifel daran bestehen, dass eine Thrombosegefahr eine schwere Erkrankung darstellt, die nach den Bedingungen der Reiserücktrittskostenversicherer zum Storno einer gebuchten Reise berechtigt“. Hat jedoch ein Arzt zuvor bestätigt, dass trotz eines Krampfaderleidens „keine Bedenken gegen einen Langstreckenflug bestehen“, muss der medizinische Laie auch nicht mit Thrombosegefahr bei einem geplanten Langstreckenflug rechnen. Das Gericht sprach einer verhinderten Reisenden den Ersatz von Stornokosten in Höhe von 9610 Euro für einen Flug auf die indonesische Insel Denpasar zu. Kurz vor dem Start war sie wegen eines bereits jahrelang bestehenden Venenleidens krank geworden. Da eine ärztliche Bescheinigung aussagte, dass dieser Rückfall nicht vorhersehbar gewesen sei, kam sie hinsichtlich der hohen Stornogebühr mit einem blauen Auge davon. (Landgericht Arnsberg, Aktenzeichen: 4 O 238/11) büs

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