RECHT & REISE : RECHT & REISE

Ein Mal Bordo, bidde

Eine Reisebuchung ist auch dann gültig, wenn die Mitarbeiterin eines Reiseunternehmens den Zielort wegen undeutlicher Aussprache des Kunden falsch verstanden hat. Der Kunde ist dafür verantwortlich, dass der Mitarbeiter ihn richtig versteht, urteilte das Amtsgericht Stuttgart-Bad Cannstatt (Aktenzeichen: 12 C 3263/11). Das berichtet die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift „ReiseRecht aktuell“. In dem Fall hatte eine Kundin einen Flug nach Porto buchen wollen. Die Mitarbeiterin des Reiseunternehmens buchte jedoch einen Flug nach Bordeaux und forderte vor Gericht den Reisepreis ein. Die aus Sachsen stammende Beklagte habe den Zielort zu undeutlich genannt. Vor der verbindlichen Buchung habe sie zwei Mal in korrekter hochdeutscher Sprache die Flugroute genannt, erklärte die Mitarbeiterin. Insofern sei ein wirksamer Vertrag mit dem Reiseziel Bordeaux zustande gekommen. Dieser Auffassung folgte das Gericht. Die Kundin musste den Reisepreis in Höhe von 294 Euro zahlen. dpa

Lebensrisiko Stolpert ein Pauschalreisender, nachdem er aus dem Bus ausgestiegen ist, der ihn zum Kreuzfahrtschiff gebracht hat, über eine gelb angestrichene, deutlich sichtbare Schwelle, so kann er vom Reiseveranstalter keine Preisminderung erwarten. Bei ihm hat sich das „allgemeine Lebensrisiko“ verwirklicht. Den Reiseveranstalter treffe keine Verpflichtung, Reisende vor ohnehin klar erkennbaren Parkplatzschwellen zu warnen. (Amtsgerichts Rostock, Aktenzeichen: 47 C 225/10) büs

Beschränkt Rutscht ein Pauschalreisender im Badezimmer seines Hotels auf nassem Boden aus und verletzt er sich dabei schwer, kann er keine Reisepreisminderung geltend machen, wenn er nicht nachweisen kann, dass der Hotelier seine Verkehrssicherungspflicht verletzt hat. Hier konnte nicht festgestellt werden, ob die Nässe aus einem undichten Toilettenbecken herrührte oder ob es sich um Tropfwasser vom Duschvorhang handelte. Und da der Gast das Bad betrat, obwohl er nur seine Nachttischlampe eingeschaltet hatte und dadurch seine Sicht naturgemäß eingeschränkt war, wurde er vom Gericht mit dem weit überwiegenden Verschulden an dem Ausrutscher belegt. (Amtsgericht München, Aktenzeichen: 274 C 34308/08) büs

Enttäuscht Das Amtsgericht Bad Homburg hat einen Reiseveranstalter für mehrere Mängel während einer Pauschalreise kräftig zur Kasse gebeten. So wurde enttäuschten Urlaubern eine Reisepreisminderung um je fünf Prozent für folgende Ärgernisse zugesprochen: Die Toilettenspülung war defekt, das Zustellbett zu klein und statt des im Prospekt zugesagten Balkons gab es nur eine geschlossene Loggia, deren kaum zu öffnende Fenster zudem noch „blind“ waren. (Aktenzeichen: 2 C 2776/08-18) büs

§

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben