RECHT & REISE : RECHT & REISE

Endpreis, bitte

Bei der Preisangabe für eine Ferienwohnung dürfen fixe Kosten im Angebot nicht unter- und später aufgeschlagen werden. Im konkreten Fall hatte ein Vermieter einer Ferienwohnung mit dem reinen Übernachtungspreis geworben und die Kosten für die Endreinigung eine Zeile später erwähnt. Das sei wettbewerbsrechtlich nicht in Ordnung. Auch für Ferienwohnungen müsse in der Werbung stets der Preis inklusive Endreinigung angegeben werden, damit die Verbraucher besser vergleichen könnten. (Amtsgericht Rostock, Aktenzeichen: 6 HKO 172/11) büs

Beweise, bitte Ist eine Pauschalreise von zwei Personen gebucht, kann dann jedoch ein Mitreisender nicht mitfliegen, so muss der Veranstalter einen Ersatzteilnehmer akzeptieren. Er hat kein Recht, dafür vorab willkürlich angesetzte Umbuchungsgebühren zu verlangen. Der Veranstalter habe allerdings Anspruch darauf, dass ihm tatsächliche Mehrkosten ersetzt werden. Im konkreten Fall hatten zwei Frauen eine Pauschalreise gebucht. Eine der beiden musste vom Termin zurücktreten. Die andere nahm stattdessen ihre Mutter mit auf die Ferienreise. Für diese Umbuchung verlangte der Veranstalter vorab eine Umbuchungsgebühr in Höhe von 1882 Euro. Der Veranstalter müsse die Höhe und Berechtigung der Kosten beweisen – was ihm hier nach Ansicht der Richter nicht gelang. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/24 T 1/12) büs

Kompetenz, bitte Er war als besonders kompetent angepriesen worden. Vom deutschen Reiseleiter für eine Äthiopienreise hieß es, für ihn gebe es „nichts Schöneres, als mit den Gästen auf Entdeckungstour“ durch das Land „vom Norden bis zu den Seen“ zu gehen. An Ort und Stelle entpuppte sich der Begleiter allerdings als mundfaul, äußerte sich kaum einmal aus eigenem Antrieb und wenn, dann mit unzureichenden Informationen zur jeweiligen Tagesplanung, den Sehenswürdigkeiten und der Fauna und Flora. Da die Klagen über dessen Leistungen auch von anderen Teilnehmern, die als Zeugen zur Verfügung standen, geführt wurden, sprach das Gericht einer klagenden Mitreisenden 15 Prozent des Reisepreises als Schadenersatz zu (verlangt hatte sie 50 Prozent) – was hinsichtlich der Anwalts- und Gerichtskosten letztlich den Schadenersatz wieder auffraß. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 138 C 323/11) büs

Pflaster, bitte Hechtet ein Urlauber beim vom Reiseveranstalter organisierten Beachvolleyball „in den Sand“ und schlägt auf eine 40 Quadratzentimeter große Felsplatte auf, die unter einer zwei Zentimeter dicken Sandschicht liegt, so kann er Schmerzensgeld gegen den Veranstalter gelten machen. Das Gericht sprach dem Mann 1000 Euro zu. Schließlich musste er wegen einer Rippenprellung und einer Verletzung am Knie vorzeitig abreisen. Ferner konnte er den Reisepreis um zehn Prozent mindern. (Landgericht Hannover, Aktenzeichen: 14 O 38/09) büs

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