RECHT & REISE : RECHT & REISE

Teufelsloch

Ein Veranstalter von Wanderungen muss Wege nicht ständig auf ihre Sicherheit überprüfen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) Koblenz (Aktenzeichen: 5 U 34/13). Damit scheiterte die Klage einer Frau, die bei einer geführten Wanderung nach starkem Regen am Teufelsloch, einer Steilstelle im Ahrtal, gestürzt war und sich schwer verletzt hatte. Sie hatte Schadenersatz von dem Verein verlangt, der die Tour organisiert hatte. Der Verein habe die Verkehrssicherungspflicht in dem konkreten Fall nicht verletzt, urteilten die OLG-Richter. Das Ahrtal sei ein zerklüftetes Wandergebiet mit steilen An- und Abstiegen am Teufelsloch. Bei Regen gebe es hier eine erhöhte Sturzgefahr. Der Veranstalter hätte demnach erst reagieren müssen, wenn die Strecke für einen durchschnittlichen Wanderer nicht mehr zu bewältigen gewesen wäre. Dies sei am Unfalltag nicht so gewesen, andere Wanderer hätten die Stelle kurz zuvor noch problemlos passiert. Ungeachtet dessen könne ein Veranstalter kostenpflichtiger Wanderungen eine Haftung für Körperschäden nicht vorher komplett ausschließen. dpa

Drei Jahre Frist Bei massiven Flugverspätungen und -ausfällen haben Passagiere drei Jahre Zeit, ihre Ansprüche auf Ausgleichszahlung geltend zu machen. Die Fluggastrechteverordnung der EU enthält dazu keine Regelung. Die Verjährungsfrist richte sich deshalb nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch, entschied das Amtsgericht Bremen (Aktenzeichen: 9 C 0270/12). Demnach haben Kunden drei Jahre Zeit, gerechnet ab dem Schluss des Jahres, in dem der Anspruch entstanden ist. In dem verhandelten Fall hatte sich ein Flug von Bremen nach London um knapp zehn Stunden verspätet. Den Klägern stand ein Ausgleichsanspruch in Höhe von 250 Euro zu. Die Klage wurde jedoch erst mehr als zwei Jahre nach dem Abflug eingereicht. Die Airline weigerte sich zu zahlen und verwies auf ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Darin stand unter anderem, dass Klagen auf Schadenersatz binnen zwei Jahren angemeldet werden müssen. Die Ausgleichszahlung sei aber eben gerade kein Schadenersatz, urteilten die Richter. dpa

Haialarm Ein Badeverbot wegen Haien ist kein Reisemangel. Der Veranstalter einer Pauschalreise muss Reisenden deswegen keine Entschädigung zahlen, urteilte das Amtsgericht München (Aktenzeichen: 242 C 16069/12). In dem verhandelten Fall hatte ein Ehepaar einen Pauschalurlaub auf den Seychellen gebucht. Einige Zeit vor der Anreise sprachen die örtlichen Sicherheitsbehörden für einzelne Strände ein Badeverbot aus, weil es vor einem Strand einen Haiangriff gegeben hatte. Das Badeverbot bestand auch noch, als das Ehepaar anreiste. Es fühlte sich dadurch in ihrer Urlaubsfreude beeinträchtigt und forderte die Hälfte des Reisepreises als Entschädigung vom Veranstalter. Dieser weigerte sich zu zahlen. Das Amtsgericht München gab dem Veranstalter Recht. Die Reise sei nicht mangelhaft gewesen. Die Urlauber hätten den Strand nutzen können. Außerdem sei der Reiseveranstalter nicht verpflichtet, dem Reisenden ein ungefährdetes Schwimmen im Meer zu ermöglichen. dpa

Taxi, bitte Werden Urlauber anders als zugesichert nicht am Flughafen abgeholt, dürfen sie mit dem Taxi zum Hotel fahren – zumindest, wenn es keine realistische Alternative gibt. Die Kosten für das Taxi dürften sie dem Reiseveranstalter in Rechnung stellen, entschied das Amtsgericht Charlottenburg (Aktenzeichen: 233 C 165/10). In dem Fall war die Klägerin nachts nach Dubai geflogen und dort morgens um 6 Uhr 40 angekommen. Den Transfer zu ihrem Hotel gab es nicht. Sie nahm sich daraufhin ein Taxi, was 55 Euro kostete. Die Kosten müsse der Reiseveranstalter übernehmen, urteilte das Gericht. Die Urlauberin sei zu „sofortiger Abhilfe“ berechtigt gewesen. dpa

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