RECHT & REISE : RECHT & REISE

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Reiserücktritt

Wird eine Pauschalreise gebucht und tritt während der Reise eine Krankheit auf, die zum Rückflug berechtigt, so braucht die Reiserücktrittskostenversicherung nicht mehr zu leisten, wohl aber die Reiseabbruchversicherung (die regelmäßig die erhöhten Aufwendungen für die Rückreise übernimmt, nicht aber die Stornokosten für das Hotel, wenn der Abbruchgrund bereits während der Anreise eintritt). Wurden aber Flug und Hotelaufenthalt separat, also nicht als Pauschalreise gebucht, so handelt es sich um zwei Reisen. Kann das Hotel nicht in Anspruch genommen werden, weil eine Versicherte wegen eines Herzinfarktes zur Hinreise gar nicht einchecken kann, so ist dafür die Reiserücktrittskostenversicherung zuständig. (Landgericht Hagen, Aktenzeichen: 10 O 195/11)

Schlafwandler Bucht ein Pauschalurlauber für eine Afrikareise durch Sambia/Botswana und Namibia ein „halbes Doppelzimmer“ zu einem Preis von 3364 Euro, so kann er anschließend keine Reisepreisminderung verlangen, wenn er einem Zimmernachbarn zugelost wird, der sich merkwürdig – und schlafstörend – verhält. Im verhandelten Fall wanderte der Mann auf der dreiwöchigen Tour nachts bei angeschaltetem Licht durch das Zimmer und führte Selbstgespräche. Außerdem ließ er „beim Benutzen der Sanitäreinrichtungen erhebliche Sauberkeitsanforderungen vermissen“. Für dieses Verhalten wollte der zunächst sparsame, nunmehr genervte Zimmergenosse 20 Prozent des Reisepreises ersetzt bekommen. Seinem Ansinnen war jedoch kein Erfolg beschieden. Das Angebot, in ein Einzelzimmer umzuziehen, hatte der Sparfuchs wegen des damit verbundenen Aufpreises abgelehnt. Der Veranstalter sei jedoch keineswegs in der Pflicht, eine Entschädigung zu leisten. (Amtsgericht Köln, Aktenzeichen: 142 C 334/12)

Goldene Armreifen Wird eine aus der Türkei kommende Flugzeugpassagierin, die am Flughafen Frankfurt am Main den „grünen Ausgang“ (keine Waren zu verzollen) benutzt hat, dabei ertappt, dass sie mehrere goldene Armbänder im Gepäck hat, die „die Wertgrenze für abgabenfreie Waren im persönlichen Gepäck von Reisenden überschreiten“, so muss sie mit der Belegung der Einfuhrabgaben rechnen. Dies gilt vor allem dann, wenn sie keinen Nachweis darüber bringen kann, ob und wann die Armreifen als sogenannte Rückwaren im Gebiet der Europäischen Union erworben worden sind. Es genügt keinesfalls, wenn sie angibt, die Armreifen bereits „seit 30 Jahren in ihrem Besitz“ zu haben. (Bundesfinanzhof, Aktenzeichen: VII B 180/12) Wolfgang Büser

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