RECHT & REISE : RECHT & REISE

Sturz am Pool

Eine Reederei ist grundsätzlich für die Verkehrssicherheit auf ihrem Schiff verantwortlich – jedoch nicht für jeden Sturz eines Passagiers an Bord. Die Reisenden müssten auch selbst achtsam sein, entschied das Amtsgericht Rostock. In dem Fall war eine Frau bei einer Schlagerparty auf dem Pooldeck eines Kreuzfahrtschiffs gestürzt und hatte sich den Knöchel gebrochen. Sie verklagte die Reederei auf Schmerzensgeld. Denn ihrer Ansicht nach waren die unterschiedlichen Höhen der Treppenstufen die Ursache für den Sturz. Zudem habe es keine Hinweisschilder gegeben. Das sei auch nicht nötig gewesen, entschieden die Richter. Die Klägerin sei aus Unachtsamkeit gestürzt. Der Reiseveranstalter müsse zwar grundsätzlich für die Sicherheit der Unterkünfte und Transportmittel sorgen. Jeden Unfall könne er aber nicht verhindern. (Amtsgericht Rostock, Aktenzeichen: 47 C 202/12) dpa

Ruhe, bitte! Hotels, die sich darauf spezialisiert haben, ihren Gästen Wellness zu bieten, dürfen Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren ausschließen. Sie diskriminieren damit diese „unerwünschten Gäste“ nicht, die ohnehin in der Regel ein anderes „Ruhe- und Erholungsbedürfnis“ haben als Erwachsene. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz jedenfalls werde dadurch nicht verletzt, urteilte das Landgericht Hannover (Aktenzeichen: 6 O 115/12). büs

Komfortklasse Lässt sich auf einem Langstreckenflug (hier nach Mauritius) ein Sitz in der sogenannten Comfort Class nicht ausziehen, so dass der Passagier nicht in der Liegeposition reisen kann, so steht ihm eine 50-prozentige Reduzierung des Reisepreises – bezogen auf die Gesamtkosten – für einen Tag zu. Der Reiseveranstalter hatte argumentiert, dass es für den Komfort in der „Comfort Class“ nicht allein auf das Liegen ankomme, sondern auch etliche andere Vorteile geboten würden. Vergeblich. Dem Gast mussten 356 Euro erstattet werden. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 2/24 O 31/12) büs

Nur mini Macht eine Frau bei der Buchung einer Ferienwohnung auf Korfu darauf aufmerksam, dass sie mit ihren zwei Töchtern „strandnah“ und nahe an einer Einkaufsmöglichkeit untergebracht werden will, so kann sie den Reisepreis nachträglich mindern, wenn sie 250 Meter vom Strand entfernt wohnt und in der Nähe lediglich ein sogenannter Minimarkt zu finden ist. Auch kann sie einen Teil der Verpflegungskosten (etwa auswärtiges Essen) vom Reiseveranstalter erstattet verlangen, die deswegen angefallen waren, weil der „Minimarkt“ nur ein eingeschränktes Angebot hatte. Das reiche nicht aus, um sich für 14 Tage „in zumutbarer Art und Weise zu verpflegen“. Insgesamt bekam die Frau fast 1000 Euro erstattet; der Mietpreis der Wohnung hatte knapp 2000 Euro betragen. (Amtsgericht München, Aktenzeichen: 244 C 15777/12) büs

Entsorgt Geht das Gepäckstück eines Passagiers während eines Fluges verloren, ersetzt die Airline normalerweise den entstandenen Schaden. Das gilt jedoch nicht, wenn der Koffer im Fundbüro des Flughafens vernichtet werden muss, wie es mit dem Gepäckstück eines Frankfurters geschah, das in Rom hängen geblieben war. Zerbrochene Weinflaschen und zerdrückte Oliven hatten den Koffer zu einem tropfenden, übelriechenden Etwas gemacht. (Landgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 30 C 1914/12) dpa

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