RECHT & REISE : RECHT & REISE

Abbruch

Ein Schiffsreisender hatte eine Pauschalreise in Höhe von 13 000 Euro angetreten, als er sich bei einem Landgang eine schwere Fußverletzung zuzog. Da er operiert werden musste, konnte er seinen Urlaub nicht fortsetzen, trat die Rückreise an und verlangte von seinem Urlaubsabbruchversicherer Entschädigung für die Mehrkosten der Heimreise sowie die nicht in Anspruch genommenen restlichen Reiseleistungen. Doch der Versicherer stellte sich hinsichtlich der Entschädigung für nicht beanspruchte Leistungen quer. Der Mann habe zum Zeitpunkt des Unfalls die Reise bereits „angetreten“. Das Landgericht Düsseldorf bezeichnete diese Argumentation als gegenstandslos, da eine solche Formulierung den Sinn einer Abbruchversicherung ad absurdum führe. (LG Düsseldorf, Aktenzeichen: 11 O 40/12) büs

Rücktritt Ein regelmäßig unter Rückenbeschwerden leidender Mann hatte eine Reise gebucht und eine Reiserücktrittskostenversicherung abgeschlossen. Als er kurz vor der Fahrt wegen massiver Rückenschmerzen den Trip stornierte, verlangte er die entstandenen Stornokosten vom Versicherer. Dieser weigerte sich – und erhielt Recht vor dem Landgericht Duisburg. Zwar könne eine bekannte Grunderkrankung den Schutz nicht grundsätzlich ausschließen. Versichert seien aber nur „unerwartete“ Beschwerden. Somit komme es allein darauf an, ob dem Reisewilligen die Wahrscheinlichkeit auftretender Beschwerden so weit bewusst gewesen sei, dass ein „vernünftiger“ Urlaubssuchender von der Reise abgesehen hätte. Da nachgewiesen werden konnte, dass der Mann am Tag vor der Buchung unter sich verstärkenden Rückenschmerzen gelitten hatte, durfte er nicht davon ausgehen, den gebuchten Urlaub zwei Monate später beschwerdefrei anzutreten. (LG Duisburg, Aktenzeichen: 7 S 187/11) büs

Todesfall Zwar steht Reisenden bei erheblichen Flugverspätungen von mehr als drei Stunden eine Entschädigung für die Unannehmlichkeiten des Wartens zu, allerdings gilt dies nicht bei außergewöhnlichen Umständen. Ein Fluggast klagte auf Schadenersatz, nachdem er in Kairo seinen Anschlussflug zum Roten Meer aufgrund eines Todesfalls an Bord der Maschine verpasst hatte. Die Klage auf 400 Euro Schadenersatz wurde abgewiesen, da die Fluggesellschaft gegen Verzögerungen, die sich durch einen plötzlichen Todesfall ergeben, „keine zumutbaren Maßnahmen“ ergreifen könne. (Amtsgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 31 C 2177/10 )büs

§

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