RECHT & REISE : RECHT & REISE

Abbruch

Ein Mann hatte eine Reise nach Paris gebucht und eine Reiseabbruchversicherung abgeschlossen. Seine pflegebedürftige, normalerweise von ihm versorgte Mutter sollte derweil von einer fremden Pflegeperson betreut werden. Diese verletzte sich jedoch an der Schulter, so dass der Sohn seinen Ferientrip abbrechen musste. Der Reiseabbruchversicherer weigerte sich allerdings, die erhöhten Rückreisekosten zu begleichen, da der Mann nicht das geforderte ärztliche Attest einreichte. Das Gericht konnte am Vorgehen der Versicherung keinen Makel erkennen, denn durch diese Versicherungsbedingung solle ausgeschlossen werden, dass andere wie zum Beispiel berufliche Motive für das Nichtwahrnehmen der verbliebenen Reisezeit verantwortlich seien. Dies gelte selbst dann, wenn der Versicherte keinen Einfluss auf die Erstellung eines Attests habe, wenn sich die ausgefallene Pflegeperson weigere, zum Arzt zu gehen und stattdessen selbst eine Bescheinigung zu ihrer Verletzung erstelle. (Landgericht München I, Aktenzeichen: 31 S 143/12) büs

Rücktritt Wird bei einem Kind ein Hirntumor entdeckt, operiert und drei Jahre später die Erkenntnis gewonnen, dass es „geheilt“ sei, so muss eine Reiserücktrittskosten-Versicherung leisten, wenn die Mutter für die Familie einen Urlaub gebucht hat, der dann aber wegen eines erneuten Auftretens des Tumors storniert werden muss. Das sei als „unerwartet schwere Erkrankung zu werten“. Die Versicherung kann nicht argumentieren, es habe sich um eine „chronische Erkrankung“ gehandelt, die laut Versicherungsbedingungen ausgeschlossen werden darf. (Amtsgericht Hamburg St. Georg, Aktenzeichen: 914 C 40/12) büs

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