RECHT & REISE : RECHT & REISE

Namensänderung

Das Landgericht München I hat entschieden, dass Namensänderungen auch bei Pauschalreisen noch bis kurz vorm Abflug möglich sein müssen, ohne dafür hohe Summen zu verlangen. Es dürfe nicht sein, dass für Namensänderungen oder -korrekturen von den Gesellschaften bis zu 100 Prozent des Reisepreises (und mehr) verlangt werden. Nur konkrete Mehrkosten seien berechenbar. Im konkreten Fall setzte sich der Bundesverband der Verbraucherzentralen gegen den Reiseveranstalter FTI Touristik durch. Die Buchungsbestätigung lautete: „Achtung: Bei Namensänderung können Mehrkosten von bis zu 100 Prozent des Reispreises oder mehr anfallen.“ Denn höhere Forderungen könnten Kunden derart abschrecken, dass sie die Reise gar nicht erst antreten statt beispielsweise den nach einer Heirat geänderten Namen umschreiben zu lassen. Außerdem entstehe der Eindruck, das Unternehmen könne für eine Namensänderung einen beliebigen Preis festlegen – und sogar für die Korrektur eines Erfassungsfehlers kassieren.(Landgericht München I, Aktenzeichen: 12 O 5413/13) büs

Spätes Storno Hat ein Ehepaar eine zwölftägige Schiffsreise gebucht, so muss die Tour so schnell wie möglich storniert werden (um den finanziellen Schaden gering zu halten), wenn der Mann am Knöchel operiert werden muss und die Wunde sich infiziert. Im konkreten Fall wurde die Reise im Mai gebucht und sollte am 12. Oktober starten. Am 29. Juli musste der Mann unters Messer, am 6. August trat die Infektion auf. Das, so das Amtsgericht Hamburg St. Georg, sei der Zeitpunkt für eine rechtzeitige „unverzügliche Stornierung nach Eintritt des Versicherungsfalles“ gewesen. Der Stornosatz, der zu diesem Zeitpunkt angefallen wäre, muss von der Reiserücktrittskostenversicherung übernommen werden. Das gelte auch dann, wenn der Mann nach erneuter Entlassung scheinbar „infektionsfrei“ gewesen ist, von den Ärzten aber nicht sicher prognostiziert wurde, dass er Mitte Oktober reisen könne. Schwillt der Knöchel Ende September erneut an und storniert die Frau die Reise, so ist das zu spät, um zu verlangen,die vollen, zu diesem Zeitpunkt anfallenden Stornokosten ersetzt zu bekommen. Denn „die Hoffnung auf rechtzeitige Wiedergenesung ist nicht versichert“. (Amtsgericht Hamburg St. Georg, Aktenzeichen: 922 C 178/12) büs

Wider die guten Sitten Eine Klausel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen eines Kreuzfahrtunternehmens, nach der Kunden 50 Prozent Stornogebühr zu entrichten haben, wenn sie bis zum 60. Tag ihrer geplanten Reise zurücktreten, ist unwirksam. Sie verstößt gegen die guten Sitten; denn ein solch hoher Vomhundertsatz „übersteigt bei weitem den – nach dem gewöhnlichen Lauf der Dinge zu erwartenden – Schaden“, da für das Reiseunternehmen noch ausreichend Zeit besteht, einen neuen Kunden dafür zu finden. (Oberlandesgericht Rostock, Aktenzeichen: 2 U 7/13) büs

Kleidergeld Kommt das Gepäck von Fluggästen erst mit mehreren Tagen Verspätung an, dürfen sich die Passagiere auf Kosten der Airline eine Grundgarderobe kaufen. In dem Fall wurde der Flug der Kläger wegen eines Streiks am Mailänder Flughafen annulliert. Die Passagiere erreichten das Endziel Bari mit einem Ersatzflug. Bei der Ankunft war das Gepäck nicht aufzufinden. Die Kläger kauften daraufhin verschiedene Dinge als Ersatz. Ihre Koffer kamen erst zwei und fünf Tage nach der Landung in Bari an. Die Kosten der Ersatzgarderobe in Höhe von 852,56 Euro bekamen sie von der Airline zurück. (Amtsgericht Frankfurt am Main, Aktenzeichen: 29 C 2518/12) dpa

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