Reise : RECHT & REISE

Zerdepperte Instrumente

Werden zwei Blasinstrumente eines Musikers auf einem Flug beschädigt, obwohl sie fachgerecht in einem Instrumentenkoffer verstaut waren, so hat die Airline dafür Schadenersatz (hier in Höhe von 1400 Euro) zu leisten. Im Übrigen, so das Oberlandesgericht Stuttgart, sei es unerheblich, wenn das Baritonhorn und die Zugposaune nicht ausreichend verpackt gewesen wären, weil es darauf bei Reisegepäck gar nicht ankomme. (Aktenzeichen: 3 U 272/05)



Missgeschick des Kindes

Fällt ein neunjähriger Junge beim Spielen auf einer Freischachanlage eines Urlaubshotels mit einer (12 bis 15 Kilogramm schweren) Figur um und verletzt er sich, so können die Eltern des Kindes für ihren Sprössling weder Schmerzensgeld noch Schadenersatz gegen den Reiseveranstalter durchsetzen. Bei dem Unfall hat es sich um eine Verwirklichung des allgemeinen Lebensrisikos gehandelt; der Reiseanbieter habe seine sogenannte Verkehrssicherungspflicht nicht verletzt, urteilte das Amtsgericht München. (Aktenzeichen: 262 C 7269/07)



Kein Rat ist teuer

Macht ein Reisebüro eine 18-jährige Kundin, die eine Reise nach Ägypten gebucht hat, zwar darauf aufmerksam, dass in der Nähe des gewählten Urlaubsortes ein Terroranschlag stattgefunden habe und deshalb der Reisepreis erheblich reduziert worden sei, rät die Mitarbeiterin jedoch nicht ausdrücklich davon ab, den Urlaub dort zu verbringen, so braucht der Reisepreis nicht bezahlt zu werden, wenn die (offenbar noch sehr kindlich wirkende) 18-Jährige es sich schließlich anders überlegt und nicht fährt. Dass die junge Frau rechtlich erwachsen und damit voll geschäftsfähig ist, störte das Amtsgericht Gelsenkirchen überhaupt nicht. (Aktenzeichen: 5 C 421 /06)W. B.

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