Reise : RECHT & REISE

Tücke der Dusche


Rutscht ein Urlauber im Sanitärbereich eines Hotels (hier in Thailand in einer Dusche) aus und verletzt sich, so kann er dafür nicht den Reiseveranstalter verantwortlich machen. Ein solches Malheur gehört zum privaten Unfall- und Verletzungsrisiko eines Reisenden. Der Reisende hatte argumentiert, dass er nach der Benutzung des Außenpools zunächst 40 Meter über trockenen Boden gegangen sei und dann im Hotel in der Dusche ausgerutscht sei, weil es keinen Haltegriff gegeben habe. Deshalb sei der Hotelier und damit der Reiseveranstalter ersatzpflichtig. Das Amtsgericht Neuwied folgte dem nicht: Wer einen Duschbereich betrete, der müsse „immer mit Nässe und einer hierdurch bedingten Glätte und Rutschigkeit des Bodenbelags rechnen“. (AZ: 4 C 1527/06).

Vorauszahlung
Reiseveranstaltern ist es nicht erlaubt, von ihren Kunden zu verlangen, den vollständigen Reisepreis spätestens 28 Tage vor Antritt der Reise zu bezahlen, während sie sich selbst vorbehalten, auch noch zwei Wochen nach diesem Zeitpunkt absagen zu können, wenn die „notwendige Teilnehmerzahl“ nicht erreicht wurde. Solche Klauseln sind „mit den wesentlichen Gedanken des Reisevertragsrechts unvereinbar und wettbewerbswidrig“. Hier ging es um einen Veranstalter, der Pauschalreisen nach Afrika, insbesondere Safaris nach Kenia – meistens in kleinen Gruppen – durchführt. (Landgericht Hamburg, 324 O 858/06)

Schneekatastrophe
Auch ein Zuviel an Schnee kann zum Streit zwischen Urlaubern und Hoteliers führen. Eine Zimmerbuchung wurde von einem ängstlichen Gast storniert, der davon gehört hatte, dass über den Urlaubsort eine Schneekatastrophe hereingebrochen sei. Die Herberge war aber gut erreichbar, so dass der Gastwirt vor dem Amtsgericht Viechtal/Bayerischer Wald durchsetzte, den Zimmerpreis bezahlt zu bekommen. „Die eingeschränkte Tauglichkeit der Umgebung eines Feriengebietes" zum Skifahren stelle keinen Mangel dar, so der Richter. (AZ: 2 C 463/06)

Hotelwechsel
Stellt sich erst am Urlaubsort heraus, dass das vorgesehene Hotel (hier auf Mallorca) überbucht ist, so müssen die Urlauber dem Reiseveranstalter, der zunächst die Unterbringung in einem weniger komfortablen Hotel veranlasst hatte, wenigstens bis zum nächsten Tag Zeit geben, für ein gleichwertiges Ersatzquartier zu sorgen. Das gilt auch dann, wenn der gesamte Aufenthalt nur eine Woche dauern sollte. Mit dieser Begründung lehnte das Amtsgericht Duisburg eine Entschädigung für „nutzlos aufgewandte Urlaubszeit“ ab, nachdem das Ehepaar noch am Tag der Anreise wieder nach Deutschland zurück geflogen war. Der Veranstalter hatte den vollen Reisepreis bereits ersetzt. (AZ: 49 C 5022/06)

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