Reise : RECHT & REISE

Selbst ausgetrickst

Macht ein Urlauber bei seiner Reisegepäckversicherung Ersatz für mehrere, angeblich auf einem Flughafen in Paris gestohlene Gegenstände geltend, so braucht die Versicherung nicht zu leisten, wenn er sich im Laufe der Schadenbearbeitung in Widersprüche verwickelt oder Belege beibringt, die er schon in einem vorherigen Schadenfall angeblich nicht besaß (hier versuchte er dieselbe Kamera zum zweiten Mal für gestohlen zu erklären) oder eine Kamera ersetzt haben will, die laut – später nachgereichter Quittung – als „Geschäftskamera“ deklariert war. Hier kam hinzu, dass er schon beim vorherigen angeblichen Diebstahlsfall gegen die nicht leistende Versicherung gerichtlich vorgegangen war, die Klage aber zurückzog. Das Amtsgericht St. Wendel bestätigte die erneute Ablehnung. (Aktenzeichen: 14 C 506/06)

 

Eigenverantwortung

Verletzt sich ein Fluggast in der Wartehalle eines Flughafens an der scharfen Kante eines niedrigen Tisches, so kann er vom Flughafenbetreiber keinen Schadenersatz und Schmerzensgeld (hier gefordert: 1200 Euro) verlangen. Die Ansicht, das Unternehmen habe seine Verkehrssicherungspflicht verletzt und hätte dafür Sorge tragen müssen, nur Tische mit runden Kanten aufzustellen, verfing nicht bei Gericht. Auch wies das Amtsgericht Frankfurt am Main die Ansprüche eines Mannes zurück, der beim Verlassen des Warteraums, in dem es zu einem Gedränge gekommen war, stürzte und sich eine Verletzung am Bein zuzog. Der Richter meinte, der Passagier sei unvorsichtig gewesen, dafür müsse er selbst die Verantwortung übernehmen. (Aktenzeichen: 32 C 1895/07-48)

 

Gezielt fragen

Ein Reisebüro ist – jedenfalls bei der Buchung nur eines Fluges ohne Hotelaufenthalt – nicht verpflichtet, von sich aus auf Einreisebestimmungen eines bestimmten Landes hinzuweisen. Etwas anderes gilt nur, wenn der Kunde „gezielt nach den Bestimmungen fragt“. In diesem Fall hat der Kunde Anspruch auf eine korrekte Auskunft. Hier ging es um eine Reise nach Südafrika. (Amtsgericht Worms, Aktenzeichen: 3 C 121/06) W. B.

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