Reise : RECHT & REISE

Perlenvorhang

Ist ein Ferienhaus kärglicher eingerichtet, als es der Prospekt versprochen hatte, so können die Urlauber nachträglich eine Preisminderung beanspruchen. Hier sprach das Amtsgericht Neuruppin einer Familie 20 Prozent Ersatz zu. Das Haus verfügte über ein 20 Jahre altes Bad, obwohl es laut Anpreisung „kürzlich renoviert“ wurde. Außerdem war der „Schlafraum“ von der Küche lediglich durch einen Perlenvorhang getrennt. (Aktenzeichen: 43 C 6/07)

Mängelliste

Ein Schreiben, das einem Reiseleiter am Urlaubsort zugestellt wird ohne die Aufforderung, es an den Reiseveranstalter weiterzuleiten, kann auch dann nicht als „Anmeldung von Gewährleistungsansprüchen“ angesehen werden, wenn es mit „Reklamation“ überschrieben ist, allerdings keine konkreten Forderungen erhoben werden. So hat es das Landgericht Frankfurt am Main in einem Fall entschieden, in dem es die Reisenden versäumt hatten, binnen eines Monats nach ihrer Rückkehr ihre Mängelliste auch offiziell dem Reiseveranstalter zukommen zu lassen. In dem ersten Schrieb, so das Gericht, habe es daran gefehlt, dass außer den Unmutsäußerungen „tatsächlich Forderungen erhoben werden“ sollten. Allein sich den Ärger von der Seele zu schreiben, genüge dafür nicht. (Aktenzeichen: 2/24 S 37/07)

Flugzeugknigge

Ein Flugkapitän kann Passagieren den Zutritt zum Flugzeug verweigern oder sie aus der Maschine weisen. Dies darf jedoch nur dann geschehen, wenn von den Passagieren eine Gefahr für die Sicherheit an Bord ausgeht. Das Landgericht Duisburg sah keinen Grund, ein Ehepaar vom Flug auszuschließen, weil der Mann seine Frau wegen fehlender Papiere angeschrien hatte, er ferner nach Alkohol roch und den Kapitän „nicht ausreden ließ“. Den Klägern musste der Reisepreis ersetzt werden. (Aktenzeichen: 12 S 151/06) W.B.

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