Reise : RECHT & REISE

Panikattacken

Leidet eine Frau unter Panikattacken und Angstgefühlen und verschlimmert sich ihr Zustand kurz vor Antritt der von ihr (auch für den Ehemann) gebuchten Urlaubsreise derart, dass ihr Arzt eine stationäre Behandlung anrät, so muss die von ihr abgeschlossene Reiserücktrittskostenversicherung nicht die Stornokosten für die Urlaubsabsage übernehmen. Die Verschlimmerung einer bereits bestehenden Krankheit ist nicht versichert. Nur „unerwartet schwere Erkrankungen“ lassen die Versicherung zahlen. In dem Fall vor dem Landgericht München I stolperte die Frau außerdem über ihre Aussage, dass sich ihre Ängste „wegen einer unerwarteten Steuernachzahlung für den Betrieb des Gatten“ verschlimmerten. Das Gericht erkannte darin ein „einfaches finanzielles Problem“: Das Paar konnte die Reise (die mehr als 3000 Euro kostete) nach der Steuernachzahlung nicht mehr finanzieren. (Aktenzeichen: 13 S 10 188/05). W.B.

Wasserrutsche ohne Wasser

Wird in einem Urlaubshotel das Wasser der Wasserrutsche abgestellt, obwohl sich darauf noch ein Kind befindet, „robbt“ das Kind den Rest des Weges, fällt es dabei hin und schlägt sich zwei (bleibende) Schneidezähne aus, so kann es mit seinen Eltern den Urlaub abbrechen. Die Eltern haben Anspruch auf Erstattung des Restreisepreises, das Kind auf Schmerzensgeld in Höhe von 1000 Euro. Das Amtsgericht Frankfurt am Main hielt den Reiseveranstalter für den Unfall verantwortlich, weil er sich des Hotelpersonals als „Erfüllungsgehilfen“ bedient habe. Die Heimreise sei nachvollziehbar, da es bei der Schwere der Verletzung „verständlich“ sei, dass das Kind in Deutschland medizinisch betreut werden sollte, „da diese bekanntermaßen eine der Besten ist“. (Aktenzeichen: 31 C 3491/05) W.B.



Rat zur Impfung missachtet

Weist ein Reiseveranstalter die Mutter eines Zehnjährigen bei der Buchung einer Reise nach Ägypten ausdrücklich auf die Vorteile einer Hepatitis-Impfung hin, so muss er nicht haften, wenn die Mutter die Impfung nicht vornehmen lässt und das Kind sich in dem Hotel mit Hepatitis infiziert. Eine allgemeine Haftung des Veranstalters scheidet nach Auffassung des Amtsgerichts Frankfurt am Main „ausdrücklich aus“. (Aktenzeichen: 31 C 3587/ 04-83) W.B.

Klettermax

Der Reiseveranstalter ist nicht für einen Unfall verantwortlich, den ein elfjähriges Kind dadurch erleidet, dass es an einem Sommerabend gegen 21 Uhr – nach dem Vorbild anderer Personen – auf den Lichtmast eines hoteleigenen Sportplatzes klettert und beim dadurch verursachten Umknicken des Mastes verletzt wird. (Landgericht Düsseldorf, Aktenzeichen: 22 S 681/01) W.B.

§

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben