Reisen in Birma : Die Menschen müssen merken, dass sie nicht vergessen sind

Eine Reise nach Birma? Nach dem Wirbelsturm „Nargis“ am 2. und 3. Mai wird so mancher eventuelle Pläne weit zurück gestellt haben. Wie soll man ein Land bereisen, in dem nach der Katastrophe mehr als 100 000 Menschen als tot oder vermisst gemeldet sind? Wo Zehntausende in Behelfsunterkünften leben, nachdem sie durch die Katastrophe alles verloren haben? Überhaupt, Birma – Land einer Militärjunta, die gerade nach der Katastrophe wieder einmal aller Welt demonstriert hat, wie fern jeder Menschlichkeit sie agiert, um nur ja an der Macht zu bleiben. Kann man da überhaupt hinfahren?

Man kann. Die Sehenswürdigkeiten des Landes sind kaum von der Katastrophe berührt, die touristische Infrastruktur dort ist zumindest so intakt, wie sie vor dem Wirbelsturm war.

Man sollte. Wer Birma bereist, gibt zu erkennen, dass er sich für die Menschen dieses „vergessenen“ Landes und ihre Kultur interessiert. Und sie respektiert. Schon allein dieses Interesse hilft den Menschen.

Man muss. Jeder Tourist, der ins Land kommt, lässt auch Geld dort. Gewiss, am wenigsten auf den Märkten oder in kleinen Lädchen, wo es den Menschen direkt in die Tasche fließt. Das meiste Geld bleibt in Hotels, Restaurants, bei Fluggesellschaften oder Reiseagenturen. Doch auch dort arbeiten Menschen, vom Tourguide bis zum Zimmermädchen, die auf jede kleine Einnahme angewiesen sind. Bleibt der Tourist aus, wird die Not noch größer. Die Junta kann gut ohne lästige Besucher auskommen. gws

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