• Potsdamer Neueste Nachrichten
  • Bootshandel
  • Qiez
  • zweitehand
  • twotickets
  • Berliner Köpfe
  • wetterdienst berlin

Reisetagebuch Tag 15 : Von Winschen und Wünschen

12.12.2012 11:06 Uhrvon
Noch kein Land in Sicht. Doch allein der Gedanke, dass sich die große Atlantikfahrt langsam dem Ende zuneigt, lässt die Passagiere fast ein wenig wehmütig werden. Foto: Reinhart BüngerBild vergrößern
Noch kein Land in Sicht. Doch allein der Gedanke, dass sich die große Atlantikfahrt langsam dem Ende zuneigt, lässt die Passagiere fast ein wenig wehmütig werden. - Foto: Reinhart Bünger

Ein Wetter wie Speck: Blauer Himmel mit wenigen Wolken, blaues Wasser und bestens gelaunte Passagiere, die sich in der Sonne aalen. Die erste Offizierin Kathryn Whittaker hat heute Brückenwache. Mal sehen, wie sie langsam Barbados ansteuert.

Kein Wunder, dass Helmuth am vorletzten Abend an Bord heute nach dem Kapitänsdinner das Leben feiern und die gesamte Nacht wach bleiben will bis zum Sonnenaufgang. Der Tag ist ja auch zu schön, und warum sollten Abend und Nacht anders werden? Schon der Sonnenaufgang heute war ein Erlebnis – selbst wenn man noch im Bett lag: Wer bei Transatlantiküberquerungen gerne viel Tageslicht in der Kabine hat, sollte an Backbord buchen. Da erscheint die Sonne durch die Gardinen als Weckdienst. Tagsüber lässt es sich hier allerdings an Deck kaum aufhalten: zu heiß. Da ist man an Steuerbord, im Schatten, besser aufgehoben.

Wenn wir schon bei schönen Plätzen an Bord sind: Gehen wir die „Sea Cloud II“ einmal durch, nach rein subjektiven Kriterien.

Für mich bietet das Vordeck auf dem Lounge-Deck die schönsten Plätze. Hier stehen vor dem Brückenaufbau in Höhe der Bibliothek mehrere „Meeresbeobachtungsmöbel“ mit nicht ganz freier Sicht auf den Atlanik: Allein die Winschen – die Winden – stören etwas. Sie fallen zu sehr ins Auge. Allerdings, irgendwo müssen sie ja stehen. Trotz dieses leichten Mankos: Der Vormast mit seinen Segeln ist ein toller Eyecatcher. Hier ist der Wind, der uns bewegt, hautnah zu erleben. Und ab und an gehen hier die Rigger ihren Reparatur- und Wartungsarbeiten an den Rahen nach.

Weiter im Uhrzeigersinn. An Steuerbord ist manch schattiges Plätzchen zu finden. Hier empfiehlt sich, den Deckchair mit persönlichen Gegenständen als reserviert zu markieren. Ein Stockwerk höher, auf dem Sonnendeck hinter dem Brückenaufbau, gibt es weitere Liegestühle und eine mit blauem Stoff bezogene Liegelandschaft aus Schaumstoff. Hier könnte es sehr schön sein, denn kein Schornstein trübt ja hier das Seeerlebnis durch Rußwolken ein.

Leider gibt es ein Aber: Die Entlüftungsanlagen der Küche werden über diesem Deck ins Freie geführt. Das riecht mal mehr (beim Kochen), mal weniger (beim Abwaschen) gut. Vielleicht werde ich dieses Deck in der morgigen Nacht entern, wenn der Küchenbetrieb eingeschlafen ist. Helmuth möchte ja ohnehin bis zum Sonnenaufgang wach bleiben, vorausgesetzt es bleibt dabei. Denn Helmuth, der die Fahrt über die letztjährige Tagesspiegel-Auktion ergattert hat, hat seit gestern Zahnschmerzen und wird medikamentös behandelt. Es scheint noch zu ertragen sein: Helmuth isst noch.

Also wieder treppab auf das Lidodeck. Hier liegt die Lounge. Ich finde sie nicht sehr gemütlich, was an den Sitzmöbeln und der künstlichen Deckengestaltung (wohl aus Brandschutzgründen optisch auf Holz getrimmte Plastikbalken) liegen mag. Immerhin ist hier bei schlechtem Wetter ausreichend Platz, um ein Buch zu lesen. Außerdem gibt es hier nachmittags Kaffee und Kuchen, wenn die Wetterbedingungen einen Aufenthalt in der Lido-Bar im Heck nicht zulassen. Die Lounge ist außerdem der Ort für die vielfältigen Unterhaltungsangebote an Bord, Vorträge, Filme, Konzerte, über die auch noch zu sprechen sein wird.

Natürlich ist bei so schönem Wetter jeder Passagier am liebsten im Freien, und dafür ist das Heck wie geschaffen, mit der Lido-Bar, die neben dem obligatorischen Bartresen einen Windschutz durch eine Persenning bietet. Wer gerne ganz im Freien sitzt, hat im Heck einen tollen Blick auf und in die Segel des Großmastes. Von dort aus gesehen in Richtung Bug gibt etwa mittschiffs eine Bank. Hier sitzt man im Regen und gegen den Wind geschützt. Einige Meter weiter gibt es noch einen Podest, der Platz für zwei Stühle und ein Tischchen hat: sehr beliebt und sonnengeschützt.

Die, die Ruhe und weniger Gesellschaft suchen, gehen eine Treppe tiefer auf das Promenadendeck, wo ebenfalls Bänke stehen. Für Liegestühle ist hier allerdings kein Platz.

Reisen

Weitere Themen

Foto:

Ihre Fotos verstauben auf der Festplatte? Mit dem Tagesspiegel-Fotoservice können Sie jetzt Ihre Leinwand, Kalender oder ein persönliches Fotobuch gestalten!

Tagesspiegel Fotoservice
Unser HTML/CSS Widget (statisch)