Schiffsporträt : Intime Atmosphäre in kleinen Lounges

Die „Nieuw Amsterdam“ der Holland America Line besticht vor allem Ältere – und punktet mit hochwertiger Inneneinrichtung.

Peter Tönnishoff
Groß, aber nicht riesig: Rund 2000 Passagiere können mitfahren. Foto: promo
Groß, aber nicht riesig: Rund 2000 Passagiere können mitfahren. Foto: promo

Die Endsilbe „dam“ im Namen weist sie als ein Familienmitglied der traditionsreichen Holland America Line (HAL) aus. Nach der 2008 in Dienst gestellten und baugleichen „Eurodam“ ist sie das zweite Schiff der sogenannten Signature-Klasse. Wie bei allen 15 HAL-Cruisern fehlen effektheischende Blickfänge oder „zuvor auf hoher See nie dagewesene Attraktionen“, etwa Glasbläserei, Echt-Rasen oder Planetarium. Fast zurückhaltend tritt die jüngste Holländerin auf – und punktet dann beim genauen Hinsehen mit hochwertiger Inneneinrichtung:

GAST & GASTGEBER
Seit Einführung der vorigen Schiffs-Generation gibt es an Bord auch Einrichtungen für Kinder und Jugendliche – früher kein Thema bei HAL. Das ändert freilich nichts daran, dass die meisten der internationalen Gäste zur Gruppe der Bestager zählen, darunter viele HAL-Wiederholer. Die schätzen die vielen für die Schiffe dieser Reederei typischen kleinen Lounges, die zu einer intimen Atmosphäre beitragen oder, ebenfalls HAL-typisch, die vielen echten Blumenbuketts. Sehr schön ist die holzbelegte Promenade. Freundlich und zuvorkommend sind insbesondere die Service-Mitarbeiter aus Indonesien.

SCHLAFEN & SCHLEMMEN

In den Kabinen ist alles vorhanden, was man von einem modernen Cruiser erwartet wie interaktives Flachbild-TV oder die in Mode gekommenen Kissenlandschaften. Nur auf die kleine Badewanne in der Standardkabine hätte man verzichten sollen und sich besser für eine große Dusche entschieden. Viel Lob für die Leistungen der Küche. Im SB-Restaurant – oft ein Stiefkind – werden auch Sushis & Co. angeboten. Abends mutiert hier ein abgeteilter Bereich zum „Italiener“. Neben dem Hauptrestaurant gibt es zwei weitere.

SPORT & SPASS

Großes Schiff – große Swimmingpools. Erwähnenswert, weil sie nicht überall selbstverständlich sind. Wellness- und Fitnessbereich überzeugen ebenso wie die vielen, auf den offenen Decks platzierten Cabanas (mit Blickschutz-Vorhängen versehene Separées zum Mieten), die man schon von der „Eurodam“ her kennt. Ebenso von der Schwester bekannt ist das Explorations-Café: ein gelungener Mix aus Kaffeebar und Bibliothek auf dem obersten Deck 11 mit Seeblick. Riesig der Shoppingbereich und das Casino. Wer Shows im Broadway-Stil mag, kommt voll auf seine Kosten.

GELD & GEGENWERT

Preisbeispiele (günstigste Außenkabine – reine Kreuzfahrt): 7 Nächte Westkaribik 17. November ab/bis Fort Lauderdale mit Georgetown, Cozumel, Key West ab 649,60 Euro; 7 Nächte Mittelmeer 6.Oktober ab/bis Barcelona mit La Goulette, Palermo, Rom, Livorno, Toulon ab 548,91 Euro. Der „Eintritt“ in die Spezialitätenrestaurants Tamarind und Pinnacle Grill kostet 15 bzw. 25 US-Dollar. Neu beim „Italiener“ analetto ist ein Drei-Gänge-Menü für 10 US-Dollar. „An evening at Le Cirque“ im Pinnacle Grill für 39 US-Dollar und ein 7-Gänge-Menü mit Weinen im „Master Chef’s Room“ für 89 US-Dollar. Einige Barpreise: (plus 15 Prozent Service): Cocktails ab 5,50 US-Dollar, Glas Wein ab 5,50 US-Dollar, Bier ab 4,25 US-Dollar, Liter-Flasche Mineralwasser 2,95 US-Dollar. Für die Cabana-Nutzung auf dem Lido Deck bzw. im Cabana Club/Retreat Cabana müssen zwischen 30 und 75 US-Dollar pro Tag kalkuliert werden. An Trinkgeld werden dem Gast pro Tag 11,50 US-Dollar abgebucht.

KURZ & KNAPP

Kategorie: Premiumklasse

Reederei: Holland America Line

Größe: 86.273 Tonnen, 285 Meter lang, 32 Meter breit, elf Passagierdecks, 2106 Passagiere, 929 Crew

Indienststellung: Juli 2010

Kabinen: 1052, 897 außen (davon 708 mit Balkon), 155 innen, 30 rollstuhlgeeignet, 16 bis 122,5 Quadratmeter

Bordsprache: Englisch

Fahrtgebiete: Mittelmeer und Karibik

Im Programm unter anderem von: Dertour, unlimited cruises, Kreuzfahrtberater e-hoi

Mehr im Internet: hollandamerica.com

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