Reise : Schluss mit dem Mythos

Ausstellung über Leni Riefenstahl in Prora auf Rügen.

Aufklärung in Prora. Die Ausstellung ist noch bis Ende August zu sehen. Foto: dpa Foto: dpa
Aufklärung in Prora. Die Ausstellung ist noch bis Ende August zu sehen. Foto: dpaFoto: dpa

Im Dokumentationszentrum Prora auf der Insel Rügen wird derzeit eine Sonderausstellung zum Wirken der Filmemacherin und Fotografin Leni Riefenstahl (1902–2003) gezeigt. Die Präsentation sei die erste nicht von Riefenstahl selbst kontrollierte und autorisierte Ausstellung über die historische Figur Leni Riefenstahl und zeige ein differenziertes Bild von ihr, teilte das Dokumentationszentrum in Prora mit. Die Ausstellung kann bis zum 28. August besichtigt werden.

Riefenstahl habe Zeit ihres Lebens selbst an der Konstruktion des „Mythos von der genialen, unpolitischen Künstlerin“ gearbeitet, hieß es. Die Ausstellung zeige anhand von konkreten Exponaten, dass die Filmemacherin keineswegs ideologisch unabhängig agierte, sondern eng mit der Ideologie des „Dritten Reiches“ verbunden gewesen sei. Mit der von ihr gedrehten Reichsparteitagstrilogie und ihrem Film über Olympia 1936 in Berlin habe Riefenstahl das rassistische Menschenbild des Nationalsozialismus maßgeblich mitgeprägt.

Riefenstahls Werk zeigt in der modernen Filmproduktion, in der Werbeästhetik sowie in der Ästhetisierung und Sexualisierung des Sports bis heute seine Wirkung. Die Ausstellung demontiert jedoch den von Riefenstahl geschaffenen Mythos und zeigt sie auch als symbolische Figur der deutschen Vergangenheitsverdrängung nach 1945. epd

Die Öffnungszeiten sind täglich von 9.30 bis 19 Uhr. Internet: prora.eu

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