Thailand : Rabatt im Land des Lächelns

Das verstehe wer will: Wer ohne Visum über den Landweg nach Thailand einreisen möchte, darf jetzt nur noch 15 statt wie bisher 30 Tage bleiben.

Volker Klinkmüller
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Die kleinen Inseln in Thailand sind ohnehin nicht von Touristen überlaufen. Doch obwohl jetzt Hochsaison herrscht, bleiben viele...

Ein falsches Signal zur falschen Zeit - angesichts des katastrophalen Einbruchs bei den Besucherzahlen, mit dem das Königreich ohnehin schon zu kämpfen hat. Mit dieser neuen Regelung fällt das Urlaubsziel tourismuspolitisch sogar noch hinter seine Nachbarländer Kambodscha oder Laos zurück, die ihre Besucher an den Grenzübergängen nach wie vor mit einem großzügigen, einen Monat gültigen "Visum bei Ankunft" begrüßen.

Auf dem Suvarnabhumi-Airport, der durch die spektakuläre Besetzung der außerparlamentarischen Opposition in der ganzen Welt bekannt geworden ist, verkehren derzeit nur noch etwa die Hälfte der sonst täglich 100 000 Passagiere. Und unzählige Hotels in Bangkok klagen über Belegungsquoten von unter zehn Prozent, obwohl nun eigentlich Hochsaison herrscht und sich das Land mit täglich blauem Himmel und angenehmen Temperaturen von seiner allerbesten Seite präsentiert.

Für das neue Jahr wird bereits eine Halbierung der ursprünglich rund 15 Millionen prognostizierten Besucher befürchtet - wobei sich kaum abschätzen lässt, ob die Ausländer wegen der Weltwirtschaftskrise fern bleiben oder wegen der jüngsten, innenpolitischen Geschehnisse. Auf jeden Fall erweist sich Thailand nun erst einmal als Paradies der purzelnden Preise: Vielerorts gewähren die Hotels Rabatte zwischen 30 und 50 Prozent, um das Interesse der Touristen zurück zu gewinnen. Oft werden zwei Übernachtungen für den Preis einer einzigen angeboten, während die private Fluggesellschaft Bangkok Airways ihre Passagiere für rund 80 statt 130 Euro von Bangkok nach Chiang Mai oder Phuket und zurück fliegen lässt. Air Asia als größte Billigfluglinie Asiens hingegen hat sich sogar dazu hinreißen lassen, im Rahmen einer nationalen Werbekampagne unter dem Motto "Es ist jetzt sicher, in das Land des Lächelns zu reisen" 100 000 Flugtickets zu verschenken, mit denen man von Vietnam, Kambodscha, Myanmar, Indonesien, Malaysia, Singapur oder China nach Bangkok und auch innerhalb des Landes fliegen kann.

Unterdessen bastelt das staatliche Fremdenverkehrsamt Tourism Authority of Thailand (TAT) an einer neuen Werbekampagne mit dem Titel "Apologies Thailand" - was sich in etwa mit "Thailand entschuldigt sich" übersetzen lässt. Das tun bereits auf sehr persönliche Weise die Einheimischen, die in der Tourismusindustrie arbeiten und die verhängnisvollen Geschehnisse in Bangkok ebenso fassungs- wie hilflos mit ansehen mussten. So können Urlauber in diesen Tagen - ganz wie nach der Naturkatastrophe des Tsunami vom Dezember 2004 - ein wohltuendes Höchstmaß an Gastfreundschaft, Dankbar- und Liebenswürdigkeit genießen. Immerhin haben ja auch nach Schätzungen von Kongkrit Hiyanyakit, Präsident des Tourismusrats von Thailand, allein schon im Dezember mindestens 165 000 Beschäftigte im Fremdenverkehr ihren Job verloren.

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