Theater und Musicals : Jetzt ist alles draußen

Theater, Musicals und Westernshows: Die Saison der Freiluft-Festspiele ist in vollem Gange. Und setzt mancherorts hochkarätige Kulturakzente.

Thomas Sell
Feuerwerk über dem Bodden – gehört auch zum „Störtebeker“ in Ralswiek. Foto: dpa
Feuerwerk über dem Bodden – gehört auch zum „Störtebeker“ in Ralswiek. Foto: dpaFoto: dpa

Auch Schauspieler, Musiker und Sänger zieht es im Sommer an die frische Luft. Wer ihrem Beispiel folgen mag, findet in der folgenden Auswahl unterschiedlicher Festspiele einige Anregungen.

Märchenfestspiele in Hanau

Mehr als 200 Märchen sammelten Jacob und Wilhelm Grimm im Laufe ihrer Leben, einige davon inszeniert man seit 26 Sommern fürs Spiel auf der Freilichtbühne in Hanau, der Heimatstadt der beiden Brüder. Der Spielort könnte märchenhafter kaum gewählt sein: Ein Amphitheater am Schloss Philippsruhe, dessen Park vor acht Jahren für eine Landesgartenschau umfassend saniert wurde. Vorstellungen finden bei fast jedem Wetter statt, denn die Zuschauertribünen sind überdacht. Auf dem Spielplan stehen bis zum 25. Juli „Schneewittchen“ als Musical sowie „Der Teufel mit den drei goldenen Haaren“ und „Cendrillon oder Der gläserne Pantoffel“. Fürs Rahmenprogramm an einem (verlängerten) Wochenende bietet sich der Wildpark „Alte Fasanerie“ (ohne Rotkäppchen, aber mit Wölfen) an.

Eintrittskarten ab neun Euro (ermäßigt sechs Euro), Festspielbüro, Telefonnummer: 061 81 / 246 70; auch Pauschalpakete buchbar über die Tourist-Info Hanau, Telefon: 061 81 / 29 59 50, www.hanau.de

Die großen Karl-May-Festspiele

Karl May ist (fast) überall. Es gibt ein rundes Dutzend Festspiele. Vier Festivals allerdings locken mit Starbesetzung, echten Pferden, Stunts und spektakulärer Bühnentechnik.

In Elspe im Sauerland gibt man dieses Jahr noch bis zum 5. September „Im Tal des Todes“ – und einen attraktiven Rabatt: Festspieleintritt plus Übernachtung mit Frühstück im Drei-Sterne-Hotel für eine vierköpfige Familie kostet ab 174,50 Euro. Rund um die Naturbühne bieten übrigens die Wildwest-Festspiele mittlerweile ein Ganztagsprogramm mit Falkner-, Stunt- und Musikshows.

Eintritt ab 24,90 Euro (ermäßigt 19,90 Euro), www.elspe.de, Tel.: 027 21 / 944 40; Pauschalen buchbar bei der Tourist-Info Lennestadt, Telefon: 027 23 / 60 88 00

In Bad Segeberg bei Hamburg war die jüngste Saison mit dem „Schatz im Silbersee“ die erfolgreichste aller Zeiten: 320 000 Zuschauer. Mit Hauptdarsteller Erol Sander als Winnetou bringt man noch bis zum 5. September nun „Das Halbblut“ auf die Freilichtbühne am Kalkberg. Auch in Segeberg bietet man den Gästen ein Rahmenprogramm, das Glanzlicht ist hierbei die Kalkberghöhle mit einer Ausstellung zum Thema Fledermäuse. Spartipp: Die moderne Jugendherberge mit Einzel- und Doppelzimmern in Sichtweite der Naturbühne.

Einzeltickets ab 13 Euro (ermäßigt 9,50 Euro), www.karl-may-spiele.de, Telefon: 018 05 / 95 21 11.

Bei den Süddeutschen Karl May-Festspielen in Augsburg setzt man vom 3. Juli bis zum 19. September ebenfalls auf einen der bekannten Karl-May-Klassiker: „Old Surehand“.

Einzeltickets ab 24,50 Euro (ermäßigt 18,50 Euro), Pauschalpakete mit Übernachtung ab 95 Euro, www.karlmay-fest spiele.de, Telefon: 082 05 / 962 48 72

Götz von Berlichingen in Jagsthausen

Unter den Freiluft-Festspielen mit klassischem Theater nehmen die Burgfestspiele in Jagsthausen bei Heilbronn eine Sonderstellung ein. Neben jährlich wechselnden Inszenierungen – in diesem Jahr Shakespeares „Was ihr wollt“, den „Blues Brothers“ in einer neuen Bühnenfassung sowie einer Inszenierung des „Kleinen Muck“ nach Wilhelm Hauff – zeigt man alle Jahre wieder Goethes „Götz von Berlichingen“. Geht gar nicht anders, denn Bühne und Tribüne befinden sich im Hof der echten Götzenburg: Links über der Bühne residiert die leibhaftige Freifrau von Berlichingen, im Burgmuseum ist neben anderen Exponaten die echte eiserne Faust des historischen Ritters Götz von Berlichingen zu sehen, und im fünf Kilometer entfernten Kloster Schöntal kann man seine Grabstätte anschauen. Furcht vor dem klassischen Stoff muss übrigens niemand haben, man führt den Götz als Volkstheater auf: mit Pferden, schmissigen Kampfszenen und Knalleffekten.

Noch bis zum 15. August, Eintritt ab 13 Euro (Schüler ab acht Euro, http://jagst hausen.de, Telefon: 079 43 / 91 23 45

Musicals in Tecklenburg

Die Freilichtspiele in Tecklenburg im Teutoburger Wald sind ein Geheimtipp geblieben, obwohl es sie bereits seit 1924 gibt: In der Burgruine des alten Bergstädtchens wird jeden Sommer großes Musiktheater geboten. Bis zum 11. September zeigt man dieses Jahr die „West Side Story“, die „Drei Musketiere“ sowie „Michel aus Lönneberga“. Zu den Ensembles gehören einige der Darsteller, die ansonsten bei den großen Stage-Produktionen in Hamburg oder in Berlin auf der Bühne stehen.

Eintritt ab 30 Euro, im Internet zu findnen unter: www.buehne-tecklenburg.de, Telefon: 054 82 / 220

Schlossfestspiele in Schwerin

Das Theater Schwerin bietet in diesem Sommer wieder große Oper. Vor der beeindruckenden Kulisse des Schlosses und des Schweriner Sees zeigt man bis zum 1. August Guiseppe Verdis „Die Macht des Schicksals“. Damit knüpft man an die Anfänge der Festspiele an: Vor zehn Jahren gab man Verdis „Aida“.

Eintritt ab 64 Euro (ermäßigt 54 Euro), www.theater-schwerin.de, Telefonnummer: 03 85 / 530 01 23; Tourist-Information: www.schwerin.de, Tel.: 03 85 / 592 52 14

Störtebeker auf Rügen

Das wohl spektakulärste Freilufttheater bieten seit langem die Störtebeker Festspiele auf Rügen. „Der Fluch der Mauren“ heißt das Stück, das nun an fast jedem Abend bis zum 4. September zu sehen ist. Wieder geht es um eine Schatzsuche, nach deren erfolgreichem Ende Störtebeker und die Seinen sich zur Ruhe setzen wollen. Und wieder werden die Piraten am Ende wohl leer ausgehen, denn der „Der Fluch der Mauren“ ist erst der zweite Teil einer Trilogie. Die beinahe 400 000 Besucher pro Saison kommen vor allem wegen der einzigartigen Naturbühne direkt am Strand, wegen der über 150 Mitwirkenden, der vier Schiffe, 30 Pferde, Spezialeffekte und wegen des großen Abschlussfeuerwerks über dem Großen Jasmunder Bodden.

Eintritt ab 12 Euro (ermäßigt 10 Euro), im Internet unter www.ruegen.de sowie unter www.stoertebeker.de, Telefonnummer.: 038 38 / 80 77 80

Leise Töne im Wörlitzer Park

Eine Veranstaltung wie diese ist überhaupt nur an ganz wenigen Orten denkbar: der Gartenreichsommer Dessau- Wörlitz. Der älteste Landschaftsgarten englischer Art in Deutschland – viele halten ihn auch für den schönsten – lässt sich in großem Bogen und sehr beschaulich auf dem Wasserweg entdecken. In urigen Ruderkähnen, die bequem Platz für jeweils ein Dutzend Gäste bieten. Bis zum 4. September lassen sich hier Kahnpartien als Arrangement buchen. Dazu gehört ein festliches Dinner an Bord, während an markanten Punkten der Rundfahrt kleine Ensembles musizieren. Sehr stimmungsvoll das Ganze.

Seekonzert inklusive Büfett und Getränk ab 51 Euro, im Internet unter: www.dessau.de und www.gartenreichsommer.de, Telefon: 03 40 / 204 14 42

Musikfestival in Schleswig-Holstein

Das hochkarätige Festival ist längst weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt, aber selbst eine willkürliche Auswahl großer Freiluftveranstaltungen wirkte irgendwie unvollständig ohne das Schleswig-Holstein Musik Festival. Noch bis zum 29. August läuft diese abwechslungsreiche Reihe an fast 80 Orten zwischen Schlei und Elbe. Schwerpunkt diesmal ist Polen: Man feiert den 200. Geburtstag von Frédéric Chopin.

Näheres unter der Telefonnummer 04 31 / 57 04 70 sowie im Internet unter www.shmf.de

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