Urlaub im Süden : Die Sonne scheint

Die Deutschen bleiben auch in der Krise reiselustig. Reiseveranstalter verbuchen Rekordumsätze.

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Italien, Spanien, Türkei: Die Deutschen reisen gern und steigen am liebsten ins Flugzeug, um dorthin zu gelangen.
Italien, Spanien, Türkei: Die Deutschen reisen gern und steigen am liebsten ins Flugzeug, um dorthin zu gelangen.Foto: Volker Hartmann/dapd

Urlaub in Spanien, in der Türkei oder Italien – die Reiselust der Deutschen ist 2012 ungebrochen gewesen. Für das kommende Jahr erwarten die Reiseveranstalter allerdings nur noch ein moderates Wachstum. Das sei davon abhängig, wie sich die Wirtschaft im Euro-Raum weiterentwickeln und welche Auswirkungen das auf die Konjunktur in Deutschland haben werde, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) während seiner 62. Jahrestagung in Budva in Montenegro mit.

Mit rund 40 Millionen Reisen sei in den vergangenen zwölf Monaten ein neuer Rekord erreicht worden. Fast drei Prozent mehr Urlauber wählten die „Rundum- sorglos-Reisevariante“ und buchten ihre Trips mit Reiseveranstaltern. Der Umsatz der Reiseveranstalter stieg im touristischen Geschäftsjahr 2011/2012 – wie bereits kurz berichtet – bis Ende Oktober auf den Rekordwert von rund 24,2 Milliarden Euro. Das war auf Jahressicht ein Plus um bis zu 4,5 Prozent. „Damit bleibt der Tourismus trotz Krisen ein hochdynamischer Wachstumsmarkt“, sagte DRV-Präsident Jürgen Büchy.

Wegen des teils verregneten Sommers zog es die Deutschen wieder vermehrt zu den Sonnenzielen im Süden Europas. Dabei stiegen sie häufiger ins Flugzeug – die Flugreisen in die Mittelmeerregionen verzeichneten ein Umsatzplus zwischen 6,5 und 7,5 Prozent. Mit dem Auto, Bus oder Zug reiste eine zum Vorjahr unveränderte Zahl der Urlauber in den Süden. Beliebt war weiterhin auch ein Urlaub in Deutschland. Hier stieg die Zahl der Übernachtungen dem Reiseverband zufolge deutlich an. Konkrete Zahlen wurden vom Branchenverband nicht genannt.

Einen erneuten Zuwachs gab es bei den Kreuzfahrten: Umsatz und Passagierzahlen stiegen im einstelligen Prozentbereich an. Damit habe sich dieses Segment nach der verheerenden Havarie der italienischen „Costa Concordia“ Anfang dieses Jahres vor der toskanischen Insel Giglio rasch wieder erholt, hieß es.

Beliebtestes Auslandsziel der Deutschen war auch im vergangenen Jahr Spanien, gefolgt von Italien und der Türkei. Zuwächse bei den Buchungen verzeichneten vor allen Dingen auch die eher als preiswert geltenden Länder an der Adriaküste Südeuropas wie Kroatien, Montenegro oder Slowenien sowie die nordafrikanischen Ziele Tunesien, Ägypten und Marokko. Insbesondere Buchungen für Tunesien zogen nach einem Einbruch wegen der politischen Unruhen in Nordafrika im Arabischen Frühling von 2011 wieder deutlich an.

Zulegen konnten auch die Urlaubsgebiete auf der Arabischen Halbinsel mit den Zielen Vereinigte Arabische Emirate, Oman und Katar. Ebenso gut gebucht wurde Thailand als Fernreiseziel. Dagegen kam das kriselnde Griechenland laut dem Verband nicht mehr auf die zweistelligen Zuwächse von 2011 und empfing in diesem Jahr deutlich weniger Touristen aus Deutschland.

(dpa/dapd)

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