Vorsicht : Mietwagen: Erst prüfen, dann starten

Der ADAC hat den Zustand von Urlaubs-Mietwagen getestet: Viele kamen schlecht weg.

Jürgen Balthasar
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Schlappgemacht. Abgefahrene Reifen sind nicht nur gefährlich, sie neigen auch unangenehm schnell zu „Plattfüßen“. Foto: dpa

Die Tester des ADAC konnten es kaum fassen. Da bot ein Autovermieter in Griechenland einen Wagen an, bei dem nicht nur die vorderen Felgen massiv verformt waren. Vielmehr war bei dem Kleinwagen auch ein Reifen stark beschädigt, und am rechten Hinterrad fehlte sogar eine Mutter – nicht verkehrssicher, befanden die Tester.

Bei diesem Anbieter (Europcar) auf der Insel Thira war auch der Service „mangelhaft“ – und so ging die Firma als großer Verlierer aus dem diesjährigen Mietwagen-Test des ADAC in sieben europäischen Reiseländern hervor. Aber auch andernorts müssen Auslandsurlauber mit Problemen rechnen: Denn bei dem Test fiel jeder fünfte Autovermieter glatt durch. Testsieger wurde ein Autovermieter auf der griechischen Insel Kos.

Zwölf Leihautos waren wegen erheblicher Defekte nicht mehr verkehrssicher, darunter fünf von sieben geprüften Geländewagen mit Mängeln an Bremsen, Lenkung oder Fahrwerk. Oft waren auch die Reifen ziemlich abgefahren oder hatten zu wenig Luft. „Das kann man natürlich nicht akzeptieren“, sagte Testleiter Nicolas Adunka. Bei Fragen nach einem Kindersitz mussten 24 der 60 geprüften Autovermieter passen. In gut 20 Prozent der Fahrzeuge fehlte der Verbandskasten. Mangelware waren auch Warndreiecke, Sicherheitsgurte auf der Rücksitzbank und Airbags für den Beifahrer, wie der Autoclub jetzt in München weiter mitteilte.

„Unser dritter Mietwagen-Test zeigt erneut, dass wir ein starkes Nord-Süd-Gefälle haben – das heißt, je südlicher wir Urlaub machen, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, ein entsprechendes schlechtes oder altes Fahrzeug zu bekommen“, sagte Adunka. Vor allem die Geländewagen in Griechenland, in der Türkei und auf Malta „sind oft Schrott – und da muss man eben ein Auge drauf werfen“.

Mit einer umfangreichen Checkliste waren die Tester des Autoclubs in Italien, Griechenland, Portugal, Spanien, Kroatien, in der Türkei und auf Malta unterwegs. Inkognito mieteten sie dort Fahrzeuge für einen Tagesausflug. Dabei führten zum Teil auch unhöfliches Personal und ungenügender Service zu schlechten Noten.

Abgesehen von den zwölf nicht verkehrssicheren Leihautos war der Rest der Fahrzeuge bei der Stichprobe des Autoclubs überwiegend in technisch einwandfreiem Zustand. Insgesamt schnitten aber nur zwei Anbieter mit der Bestnote „sehr gut“ ab, 32 Mietwagen-Stationen wurden mit „gut“ bewertet. 14 Verleiher kamen auf die Gesamtbewertung „durchschnittlich“, zwölf fielen mit einem „bedenklich“ oder „mangelhaft“ durch. Beim Testsieger, dem Autovermieter National auf Kos in Griechenland, war den Angaben zufolge ein dort gemieteter Kleinwagen in tadellosem Zustand. Auch der Service sei gut gewesen.

Beim Service kassierte tatsächlich mehr als die Hälfte aller Kandidaten schlechte Einzelnoten. Mal wurden die Tester quasi im Akkord abgefertigt, mal wurden sie kaum informiert oder unhöflich behandelt.

Einweisungen in das jeweilige Fahrzeug waren eher die Ausnahme als die Regel, bemängelte der Autoclub. Bei ihren Stichproben stellten die Tester auch fest, dass es oft nur unzureichende Angaben zum Versicherungsschutz sowie zu den Preisen gab, zudem seien die Preisspannen enorm gewesen. Und zum Teil gab es die Mietverträge nur in der Landessprache. Adunka: „All das ist nicht schön.“

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