Weltkulturerbe : Teure Schönheit

Mehr Hilfe aus Berlin bei der Pflege von deutschen Unesco-Kulturstätten.

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Völklinger Hütte im Saarland. Seit zehn Jahren Europäisches Zentrum für Kunst und Industriegeschichte im Weltkulturerbe. Foto: dpa

Vom Aachener Dom bis zu den Sied lungen der Berliner Moderne – der Bund will das Unesco-Weltkulturerbe in Deutschland gezielt unterstützen. Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) kündigte Hilfen von 150 Millionen Euro für die 33 Orte an.

Die Mittel sollen von 2009 bis 2013 vor allem dem Handwerk zufließen und auch der Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen dienen, sagte Tiefensee jetzt vor einem Treffen mit Vertretern der Welterbestätten in Berlin. Nach dem bisherigen Fahrplan könnten die Kommunen bis März 2009 Förder anträge stellen, die Auszahlung könnte bis Ende Juli beginnen.

Unterstützt werden sollen Vorhaben, mit denen die Welterbestätten und das städtische Umfeld weiterentwickelt werden. „Wir wollen keine Museen“, betonte Tiefensee. Der Bund will die Sanierungskosten zu zwei Dritteln tragen, den Rest sollen mit Ausnahmen bei Härtefällen die Kommunen selbst beisteuern. Er hoffe aber auch auf die Unterstützung der Länder, betonte der Minister.

Von den 33 Welterbestätten liegen zwölf in den neuen Bundesländern. Ein Welterbe – das Dresdner Elbtal – ist auf der „Roten Liste“ der gefährdeten Objekte, weil der Bau der sogenannten Waldschlösschenbrücke den Blick auf das Welterbe beeinträchtigt. Auch einer solchen Entwicklung solle das Programm entgegenwirken und Konzepte zu einer Stadtentwicklung fördern, die mit dem Welterbe verträglich seien, sagte Tiefensee.

Die Vertreter von Quedlinburg und Lübeck berichteten von den großen finanziellen Anstrengungen zur Erhaltung des Kulturerbes. Mit einer Fläche von jeweils rund 90 Hektar gehörten Quedlinburg und die Lübecker Altstadt zu den größten Sehenswürdigkeiten. „Der Unesco-Titel schmückt ungemein, ist aber auch mit Belastungen verbunden“, sagte Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe. So habe die Hansestadt 1800 Kulturdenkmäler, die erhalten werden müssten. Quedlinburgs Bürgermeister Eberhard Brecht berichtete von „gigantischen Herausforderungen“ zum Schutz des vom Abrutschen bedrohten Schlossbergs.

Zu den Denkmälern, die von der UN-Kulturorganisation Unesco den Welterbetitel erhalten haben, gehören auch der Kölner Dom, die preußischen Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam und die Fürstbischöfliche Residenz in Würzburg (siehe nebenstehenden Kasten). dpa

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