Reise : Wie die Bahn beim Ticketverkauf besser werden will

„Das ist wie die Echternacher Springprozession“, gibt Jürgen Büchy zu, der für den Ticketverkauf zuständige Vertriebschef der Bahn: In größeren Reisezentren, also auch im Hauptbahnhof und im Bahnhof Zoo, werden wieder Sofortschalter eingerichtet. Diese hatte die Bahn erst kürzlich abgeschafft, um Personal zu sparen. Die Reisezentren sind und bleiben die Sorgenkinder der Bahn. Daran ändert auch das neue Design nichts, das in Zukunft die Verkaufsstellen der Bahn moderner und freundlicher erscheinen lassen soll. Die Wartezeit ist zwar im Schnitt deutlich unter fünf Minuten gesunken, aber es gibt laut Büchy „zu viele Ausreißer nach oben – das sind dann gleich ein paar Millionen Bahnkunden“.

Durch bessere Schichtplanung und auch Zusatzpersonal will der Vertriebschef hier Abhilfe schaffen. In größeren Reisezentren sollen künftig Beratungstermine zur Planung komplizierterer Reisen eingeführt werden. Büchy: „Wir wissen ja nicht, was der Kunde will, der an den Counter tritt. Wenn er großen Beratungsbedarf hat, gibt das einen Riesenstau.“

Insgesamt 14 Millionen Euro will die Bahn in den kommenden Monaten in die Modernisierung ihres Vertriebs investieren. Allerdings wird das meiste Geld nicht in die Reisezentren fließen, sondern für das aufgewendet, was die Bahn „selbstbedienten Vertrieb“ nennt: in Internet und Ticketautomaten. Die Zuwachszahlen bei Internet-Buchungen und Automaten-Käufen sind zweistellig. Über diese beiden Verkaufskanäle fährt die Bahn im Personenverkehr 70 Prozent ihrer Einnahmen ein. Nach Büchys Einschätzung könnte das noch viel mehr sein. Deshalb wird der Internet-Auftritt der DB derzeit vereinfacht. Dann sollen auch die City-Night-Züge der DB über dieses Portal buchbar sein.

Noch wichtiger ist die Modernisierung der Ticketautomaten, deren Bedienung vielen Bahnkunden noch zu kompliziert ist. Sie erhalten eine neue Software. H.S.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben