Reise : Wie Tourismus Welterbestätten gefährdet

Wenn sich Menschenströme dicht gedrängt durch Weltkulturerbestätten schieben, kann das Wesentliche des Bauwerkes durchaus auf der Strecke bleiben und Bausubstanz verloren gehen. Die Unesco will es in Deutschland gar nicht erst so weit kommen lassen. „Wir wollen keinen Tourismus, der die Welterbestätten vernutzt, sondern einen, der den Welterbestätten angemessen ist. Das heißt, der ressourcenschonend ist und Rücksicht auf die Bevölkerung nimmt“, sagt der stellvertretende Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission, Dieter Offenhäußer.

„Welterbestätten wirken immer wie Magnete auf Tourismusströme. Das stellt die Menschen vor Ort und die Denkmäler vor ganz besondere Herausforderungen“, erklärt er. Und plädiert deshalb für „einen vernünftigen Umgang zwischen Touristikern und Denkmal- und Naturschützern“. Auf diese Weise könne der Tourismus sinnvoll für den Erhalt der Welterbestätten genutzt werden. Ein positives Beispiel dafür sei das Weltnaturerbe Wattenmeer. „Dort sieht man, dass durch den Titel eine sanfte Art des Tourismus umsetzbar ist.“ Man berufe sich dort mit dem Slogan „Das Watt ist Event genug“ auf die Naturschätze und vertrete diesen selbstbewusst. Da brauche man kein Spaßbad oder einen zusätzlichen Flughafen. In Deutschland gebe es bislang noch keine negativen Beispiele dafür, dass der enorme Tourismus den insgesamt 37 Welterbestätten schadet. dpa

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