Reise : Zum Liegen schön

Wie ein Strand in North Carolina zum besten Beach der USA geworden ist

Sven Appel,Andreas Heimann

In der diesjährigen „Top-Ten“-Liste der schönsten Strände der USA ist ein Strand in North Carolina auf dem ersten Platz gelandet. Die beste Bewertung erhielt „Ocracoke Island“ auf der Inselkette der Outer Banks vor der Ostküste des US-Staates.

Es ist das erste Mal, dass ein Strand außerhalb von Florida und Hawaii die Liste anführt. Erstellt wird sie von Stephen P. Leatherman, Leiter des Instituts für Küstenforschung an der Florida International University in Miami. Leatherman, auch „Dr. Beach“ genannt, veröffentlicht die Liste seit inzwischen 16 Jahren und gilt als Experte für die Qualität von Badestränden.

Und was ist so toll an Ocracoke Island? „Die Wasserqualität ist perfekt, der Strand kilometerlang. Es gibt nur kleine Bars und Restaurants mit gutem Seafood-Angebot und überhaupt keine größeren Gebäude. Es ist wie ein Fischerdorf, nicht wie Miami“, schwärmt Leatherman. Außerdem könne man von April bis Ende Oktober baden. „Der Mai ist fantastisch. Dann sind auch noch nicht so viele Urlauber da. Ach ja, und es gibt dort keine Mücken.“

Und zum Testen geht „Dr. Beach“ einfach an den Strand und lässt es sich gut gehen? „Glauben Sie mir, ich gehe da ganz wissenschaftlich ran. Es gibt 50 Kriterien, für die ich Punkte vergebe. Dazu zählt zum Beispiel, ob der Strand sauber ist und einfach zu erreichen. Die Wasserqualität wird im Labor analysiert. Das mache ich nicht selbst. Ich bin an allen 650 der wichtigsten Strände in den USA schon mindestens ein Mal gewesen und ich teste jedes Jahr noch einmal alle, von denen ich glaube, sie könnten unter die ersten zehn kommen.“ Aber die Geschmäcker sind doch verschieden? „Nun ja, ich werde immer mal wieder gefragt, an welchem Strand sich möglichst viele Muscheln finden lassen, oder wo es die meisten Frauen im Bikini gibt. Und regelmäßig wollen die Menschen auch wissen, ob im Wasser Haie sind, dabei habe ich noch nie einen gesehen. Für mich stehen die messbaren Faktoren im Vordergrund – als Erstes die drei ,S‘: See, Sand und Sonne.“

Gibt es tolle Strände, die nicht in der Liste auftauchen? „Klar, die gibt es. Zum Beispiel super Beaches vor der Küste von Oregon. Die Landschaft ist unglaublich schön dort. Aber das Wasser ist sehr kalt. Das gibt Abzugspunkte, und so landen solche Strände nie unter den ,Top Ten‘.“ Gleiches gelte für Strände an Seen, etwa an den Great Lakes.

Fürchten manche Regionen die Bewertung durch „Dr. Beach“? „Oh ja. Natürlich hören nicht alle genau hin, auf das, was ich sage. Aber es gibt schon Fälle, in denen ich auch Einfluss nehmen kann.“ Dem Strand von San Diego habe er mal sehr schlechte Noten gegeben, vor allem wegen der Umweltverschmutzung. Da habe ihn umgehend der Bürgermeister angerufen. „Anschließend wurde jedoch investiert, um etwas gegen das Problem zu tun.“

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