Rekordhitze : Für Berlin heißt es: cool bleiben

Die Hitze hat uns fest im Griff – am Wochenende könnten neue Rekordwerte erreicht werden. Das beeinflusst das gesamte Leben. Welche Probleme bringt die Wärme?

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Das hilft bei der Hitze wohl am besten: viel Wasser. Von außen und innen.
Das hilft bei der Hitze wohl am besten: viel Wasser. Von außen und innen.Foto: dpa

Was macht die Hitze mit dem Menschen?

Der Mensch ist ein gleichwarmes Lebewesen. Die Temperatur in seinen inneren Organen liegt bei 37 Grad, erzeugt wird die Wärme im Zellstoffwechsel. In Ruhe wird etwa die Hälfte der Wärme in den inneren Organen erzeugt, hinzu kommen Muskeln (20 Prozent) und Gehirn (15 bis 20 Prozent). Körperliche Arbeit lässt die Wärmeproduktion der Skelettmuskulatur um das 50- bis 100-fache steigern. Die Körperwärme wird durch einen biologischen Thermostat im Hypothalamus gesteuert, einer Schaltzentrale im Zwischenhirn. Das Temperaturzentrum bekommt Informationen aus dem Körperkern wie von der Hautoberfläche. Sie helfen, die 37 Grad trotz schwankender Außentemperaturen und in Ruhe wie Bewegung konstant zu halten. Wärme wird vom Körper abgestrahlt (Wärmestrahlung), abgeleitet (Wärmeleitung), abtransportiert (Konvektion) und verdunstet. Bei Hitze greift der Organismus vor allem auf drei Mechanismen zurück, um den Körper zu kühlen: 1. Schwitzen über die Schweißdrüsen, beim Verdunsten wird dem Körper Wärme entzogen – allerdings gehen auch Flüssigkeit und Salz verloren. 2. Die Körperhaare werden flach angelegt. Dadurch wird die Haut besser belüftet und mehr Wärme abtransportiert. 3. Die Hautgefäße werden erweitert und so der Blutfluss gesteigert. Dadurch wird mehr Wärme abgestrahlt und über die Luft abtransportiert. Übersteigt die Außentemperatur die Körpertemperatur, kann nur noch durch Schwitzen „gekühlt“ werden – und das wird umso schwieriger, je feuchter die Umgebungsluft ist.

Sommer-Finale in Berlin
Tagesspiegel-Leser Stefan Müser wollte an diesem Wochenende einfach nur raus, und die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommers genießen. Diese Aufnahmen machte er am Alex. Haben Sie die Gelegenheit auch genutzt und noch ein paar Sommer-Schnappschüsse gemacht? Senden Sie uns Ihre Bilder an leserbilder@tagesspiegel.de!Weitere Bilder anzeigen
1 von 88Foto: Stefan Müser
08.09.2013 15:04Tagesspiegel-Leser Stefan Müser wollte an diesem Wochenende einfach nur raus, und die letzten Sonnenstrahlen dieses Sommers...

Hitze kann Muskelkrämpfe, Hitzekollaps, Hautausschlag durch exzessives Schwitzen und Hitzeerschöpfung verursachen. Am schwerwiegendsten ist der Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur auf mehr als 40 Grad ansteigt.

Sind Ärzte und Kliniken stärker beschäftigt?

Bisher sei der Andrang durch Hitzegeschädigte überschaubar, sagt der Notfallmediziner Marko Böhm von der Berliner Charité. Vier bis fünf zusätzliche Fälle pro Tag, mehr nicht. Für das heiße Wochenende habe man aber „vermehrt Flüssigkeit geordert“ und auch Infusionsvorräte angelegt. Das Hauptproblem sei erfahrungsgemäß Dehydrierung, also die Austrocknung des Körpers durch Wassermangel. Sie äußere sich zunächst vor allem in Schwindel und Blutdruckabfall. Eingeliefert würden aber nicht nur Senioren, die zu wenig getrunken haben, sondern auch Jüngere, die ihre plötzlichen Beschwerden nicht auf die Hitze zurückführten.

Herz- und Kreislauferkrankungen seien auch an kühleren Tagen der zweithäufigste Grund für Klinikeinweisungen, betonte Moritz Quiske von der Deutschen Krankenhausgesellschaft, insofern sei man vorbereitet. Dennoch werde in vielen Häusern etwas mehr Personal vorgehalten als sonst. Das sei wie bei Glatteiswarnungen, da stünden dann auch mehr Knochenbruchspezialisten auf Abruf. Bei Hausärzten und Pflegediensten hieß es, man verlagere vor allem die Aufmerksamkeit. Mit einer Notsituation, die ohne Zusatzpersonal nicht in den Griff zu bekommen wäre, rechne aber keiner.

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