Welt : Reparatur-Crew zur Mir gestartet

Himmelsschauspiel in der kommenden Nacht mit bloßem Auge zu beobachten / Sauerstoffgeneratoren ausgefallen MOSKAU (AFP/dpa).Drei Himmelskörper werden in der Nacht zum Donnerstag kurz hintereinander in ganz Deutschland zu beobachten sein.Nach Angaben der Deutschen Forschungsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DLR) vom Dienstag wird zunächst die russische Raumstation Mir kurz nach 23 Uhr über den Mittwoch-Nachthimmel ostwärts ziehen und als heller "Stern" mit bloßem Auge zu sehen sein. Wenige Minuten später folgt das unbemannte Transport-Modul Progress M 35, das vorher von Mir abkoppeln wird.20 Minuten danach wird die heute gestartete bemannte Sojus TM-26-Kapsel auf der gleichen Bahn über den Himmel ziehen.Der Überflug der Raumschiffe wird etwa vier Minuten dauern.Die DLR rät interessierten Himmelsguckern, irdisches Streulicht etwa von Straßenlampen zu meiden - in der Dunkelheit sind die Flugobjekte besser zu beobachten. Wenige Stunden vor dem Start der Reparaturcrew zur Mir war am Dienstag eine neue Panne an Bord der russischen Raumstation bekannt geworden.Zwei Sauerstoffgeneratoren seien "vor einigen Tagen" ausgefallen, teilte ein Sprecher der russischen Raumfahrtbehörde in Baikonur mit.An Bord der Mir werde der Sauerstoff nun durch Ersatzgeräte gewonnen.Es bestehe aber keinerlei Gefahr.Der Defekt solle bald behoben werden.Er sei bereits früher immer mal wieder aufgetreten. Die beiden Kosmonauten Anatoli Solowjew und Pawel Winogradow ergänzen einander perfekt.Fachleuten gelten sie als ein Team, das zur Reparatur der beschädigten russischen Raumstation besonders geeignet ist.Kommandant Solowjew ist mit 49 Jahren einer der erfahrensten Kosmonauten.Bereits viermal flog er zur Mir, auf der er insgesamt 15 Monate verbrachte.Deshalb, so sagt er selbst, kenne er die komplizierte Ausstattung der Mir in- und auswendig. Bordingenieur Pawel Winogradow flog zwar bislang noch nie ins All, dennoch ist er kein blutiger Anfänger.Dreimal absolvierte er bereits das vollständige Training für Kosmonauten, das die Voraussetzung für einen Besuch der Raumstation ist.Der in Sibirien geborene Winogradow, der seinen 44.Geburtstag am 31.August im All feiern wird, ist ein versierter Ingenieur der zivilen Raumfahrt.Sein Diplom machte er am Moskauer Institut für Luftfahrt.Winogradow gilt als leidenschaftlicher Computerfan.Außerdem ist er einer der Hauptautoren der Bedienungsanleitung für das Sojus-Raumschiff, das die Kosmonauten zur Raumstation und auch wieder zur Erde bringen soll.Einer seiner Kollegen charakterisiert ihn als "sehr besonnen, sehr organisiert".Ein französischer Diplomat, der ihn sehr gut kennt, versichert, Winogradow sei "gleichzeitig Spezialist und Tüftler.Er kann alles reparieren, vom Abfluß bis zum Computer." Genau diese Eigenschaft ist an Bord der Mir zur Zeit besonders gefragt.

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