Reporter ohne Grenzen : 2007 starben 86 Journalisten

Um unmittelbar über die Geschehnisse vor Ort berichten zu können, setzen viele Journalisten nicht selten ihr Leben aufs Spiel: Allein im Irak starben im letzten Jahr mindestens 47 Journalisten.

Wien/Hamburg2007 sind nach einer Zählung von Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 86 Journalisten und Journalistinnen bei der Ausübung ihres Berufs getötet worden. Wie die Organisation in ihrem Jahresreport 2007 berichtet, starben außerdem in Folge von Gewalt 20 Medienassistenten, meist technisches Hilfspersonal von Reportern. Die meisten Opfer waren im Irak zu beklagen, wo allein 47 Journalisten getötet wurden. Acht Reporter kamen in Somalia um und sechs wurden in Pakistan getötet. Dies bedeutet einen Anstieg um insgesamt 244 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.

Entführungen und Verhaftungen

Weltweit wurden 2007 nach Informationen von ROG 877 Journalisten verhaftet, mehr als 1500 wurden von Polizei und Sicherheitskräften angegriffen. Mindestens 67 Reporter und Reporterinnen wurden entführt, 528 Verlage und 2676 Webseiten geschlossen. ROG zählt nach eigenen Angaben nur solche Journalisten, bei denen eindeutig feststeht, dass sie in Ausübung ihres Berufs getötet wurden.

Andere Organisationen kommen auf teils höhere Opferzahlen. So zählte die Internationale Journalisten-Föderation (IJF) 134 gewaltsam ums Leben gekommene Journalisten und Medienmitarbeiter, davon allein 65 im Irak. Weitere 37 starben bei Unfällen. Die US-Organisation Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) kam in ihrem Jahresbericht auf 65 getötete Journalisten, von denen 32 im Irak starben. Hinzu kamen 20 getötete Medienmitarbeiter, davon 12 im Irak. Nach der Zählung des Internationalen Presse-Instituts (IPI) in Wien wurden 91 Journalisten getötet, 42 von ihnen im Irak. Es folgen Somalia mit sieben, Pakistan mit sechs und die USA mit fünf Toten. (sba/dpa)

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