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Rettungsaktion in der Antarktis : Alle Passagiere des festsitzenden Schiffs gerettet

Die im Eis eingeschlossenen Wissenschaftler und Touristen sind gerettet: Nach fünf Stunden war die Bergung der Passagiere der "Aurora Australis" abgeschlossen.

Seit Weihnachten saßen die Wissenschaftler und Touristen fest.
Seit Weihnachten saßen die Wissenschaftler und Touristen fest.Foto: Reuters

Nach mehreren fehlgeschlagenen Versuchen sind die Passagiere des seit Heiligabend in der Antarktis festsitzenden russischen Forschungsschiffs „Akademik Schochalskij“ gerettet worden. Die 52 Passagiere seien per Hubschrauber zu dem australischen Eisbrecher „Aurora Australis“ geflogen worden, teilte die australische Schifffahrtsbehörde AMSA mit. Expeditionsleiter Chris Turney zeigte sich erleichtert.

Die Geduld der 52 Wissenschaftler, Journalisten und Touristen sowie 22 Besatzungsmitglieder an Bord der „Akademik Schochalskij“ war auf eine harte Probe gestellt worden: In den vergangenen Tagen gelang es Eisbrechern aus Australien, China und Frankreich nicht, sich einen Weg zu dem seit dem 24. Dezember feststeckenden Schiff zu bahnen. Am Mittwoch hinderten Sturm und Regen dann die geplante Rettung per Hubschrauber. Auch am Donnerstag verzögerte sich zunächst der Start des zu dem chinesischen Eisbrecher „Xue Long“ gehörenden Helikopters.

Rettungsaktion in der Antarktis dauerte fünf Stunden

Die Passagiere wurden in Gruppen von bis zu zwölf Personen transportiert. Rund fünf Stunden, nachdem Expeditionsleiter Turney den Beginn der Bergung verkündet hatte, erklärte AMSA, alle Passagiere seien an Bord der „Aurora Australis“ angekommen. Weitere Flüge waren nötig, um Ausrüstung und Gepäck von dem russischen Schiff zu holen.

Rettungsaktion in der Antarktis
02.01.2014: In der Antarktis hat die Rettung der tagelang im Eis eingeschlossenen Wissenschaftler und Touristen begonnen. Ein Hubschrauber des nahe gelegenen Eisbrechers „Snow Dragon“ landete am Donnerstag in der Nähe der „MV Akademik Shokalskiy“ auf dem Eis.Alle Bilder anzeigen
1 von 9Foto: AFP/Andrew Peacock / www.footloosefotography.com
02.01.2014 11:3602.01.2014: In der Antarktis hat die Rettung der tagelang im Eis eingeschlossenen Wissenschaftler und Touristen begonnen. Ein...

Turney drückte im Kurznachrichtendienst Twitter seine „große Erleichterung“ über die gelungene Rettung aus: „Wir sind sicher auf der 'Aurora Australis' angekommen“, schrieb er. „Ein riesiges Dankeschön an die Chinesen und die Antarktis-Abteilung der australischen Regierung für ihre harte Arbeit.“ Turney hatte zuvor auf Twitter Videoaufnahmen der Bergungsaktion veröffentlicht. Dort sind die Besatzungsmitglieder der „Xue Long“ in orangefarbenen Overalls zu sehen, wie sie aus dem Hubschrauber steigen und über das Packeis laufen. Außerdem sieht man, wie Passagiere zum Hubschrauber gehen und dieser startet.

Die bedrohte Welt der Antarktis
Adeliepinguine stürzen sich von einem Eisberg ins Meer. Kein Pinguin brütet weiter südlich als dieser. Sie sind an ihren Lebensraum perfekt angepasst. Ihren Namen haben die Adeliepinguine 1930 vom französischen Entdecker Jules Dumont d'Urville bekommen, der sie nach seiner Frau benannte. Die Pinguine werden etwa 70 Zentimeter hoch und wiegen bis zu sechs Kilogramm, gehören also zu den mittelgroßen Pinguinen. Am 15./16. Juli berät die zuständige internationale Kommission zur Erhaltung lebender Meeresschätze (CCAMLR) in Bremerhaven darüber, ob zwei großflächige Meeresschutzgebiete rund um den Südpol eingerichtet werden. Die Zustimmung ist groß, doch die Beschlüsse müssen einstimmig gefasst werden - und noch tun sich China, Russland, Norwegen und die Ukraine schwer.Weitere Bilder anzeigen
1 von 16Foto: Michael Poliza/WWF
15.07.2013 20:25Adeliepinguine stürzen sich von einem Eisberg ins Meer. Kein Pinguin brütet weiter südlich als dieser. Sie sind an ihren...

Passagiere der "Aurora Australis" sind erleichtert

Die Zeitung „Sydney Morning Herald“, die eine Reporterin an Bord des russisches Schiffes hatte, berichtete von der Erleichterung unter den Geretteten. Eine Frau, Joanne Sim, habe Freudentränen geweint. „Es war eine emotionale Achterbahn“, sagte sie der Zeitung.

Bis sie wieder festen Boden unter den Füßen haben, müssen sich die Passagiere noch einige Wochen gedulden: Auf der Reise nach Australien muss die „Aurora“ an der australischen Forschungsstation Casey Antarctic Base auftanken. Die 22 Besatzungsmitglieder der „Akademik Schochalskij“ bleiben an Bord, bis das Eis bricht und das Schiff eigenständig fahren kann. Es gibt genügend Vorräte an Bord, eine Gefahr für die Crew besteht nicht.

Während des Wartens auf Hilfe hatten sich die Passagiere die Zeit unter anderem mit Spaziergängen über Packeis, Spielen und Kursen für Erste Hilfe vertrieben. Sie nahmen auch ein Video auf, in dem sie ein Lied über ihr Abenteuer sangen. Außerdem schalteten sie sich per Video live zu der Silvesterfeier auf dem New Yorker Times Square. Die Passagiere hatten sich mit ihrer Reise auf die Spuren des australischen Forschers Sir Douglas Mawson und dessen Antarktis-Expedition von 1911 bis 1914 begeben. (AFP)

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