Rheinland-Pfalz : Illegales Waffenlager kontrolliert gesprengt

Panzerminen, Leuchtspurmunition, mehrere Kilo Sprengstoff: Bei einem 25-Jährigen in einem Dorf an der Saar wurde ein großes Waffenlager entdeckt. Polizei und Feuerwehr sprengten das Material noch am gleichen Tag.

In Rheinland-Pfalz wurden Waffen und Sprengstoff aus einem illegalen Waffenlager kontrolliert zur Explosion gebracht.
In Rheinland-Pfalz wurden Waffen und Sprengstoff aus einem illegalen Waffenlager kontrolliert zur Explosion gebracht.Foto: dapd

In einem Dorf an der Saar ist eine größere Menge Sprengstoff und Waffen kontrolliert gesprengt worden. Zuvor mussten dafür am Donnerstag 20 Häuser in der Ortschaft Kastel-Staadt (Rheinland-Pfalz) evakuiert werden, wie die Polizei mitteilte. Der Zoll hatte am Vormittag in einer Garage eines 25-Jährigen nach eigenen Angaben fünf bis zehn Kilogramm Sprengstoff, zwei Panzerminen, 70 Schuss Leuchtspurmunition und mehrere leere Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.
Das Arsenal wurde am Donnerstag mit einem ferngesteuerten Roboter in eine anderthalb Kilometer entfernte Bauschuttdeponie gebracht. Zuvor hatten laut Polizei etwa 40 Personen ihre Wohnungen verlassen. An dem Einsatz waren etwa 60 Kräfte des Landeskriminalamtes, der Bereitschaftspolizei, der Feuerwehr und des Roten Kreuzes beteiligt. Die Waffen und der Sprengstoff wurden offenbar von dem 25-Jährigen in dem knapp 400 Einwohner zählenden Dorf in Rheinland-Pfalz gelagert. Hintergrund der Durchsuchung ist ein Ermittlungsverfahren gegen den 25-Jährigen. Er wird verdächtigt, gegen das Waffen-, das Kriegswaffenkontroll- und das Sprengstoffgesetz verstoßen zu haben.

Nähere Angaben zu den Hintergründen und warum der Mann die Waffen besaß, wollte der Zoll zunächst nicht machen. Der Verdächtige wurde vorläufig festgenommen, sagte ein Zollsprecher auf Anfrage. Untersuchungshaft wird seinen Angaben zufolge vermutlich nicht angeordnet, da der Mann einen festen Wohnsitz hat.

Der Fall weckte Erinnerungen an den sogenannten „Pulver-Kurt“: Erst in diesem Jahr ist in Rheinland-Pfalz bundesweit einer der größten Waffenfunde bei einer Privatperson vor Gericht verhandelt worden. Der unter dem Namen „Pulver-Kurt“ bekannt gewordene 64 Jahre alte Rentner hatte in Becherbach zahlreiche Gewehre und Waffen sowie 40 Kilogramm Sprengstoff gelagert. Für die kontrollierte Sprengung des Arsenals musste Anfang 2011 das gesamte Dorf evakuiert werden.

„Pulver-Kurt“ wurde vom Landgericht Bad Kreuznach wegen Verstößen gegen das Waffen- und Sprengstoffgesetz zu einer dreieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Dagegen legte er jedoch Revision ein. (dapd)

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