Rio de Janeiro : Mindestens neun Tote durch Erdrutsche

Tragödie während des Karnevals in Brasilien: Eine Serie von Erdrutschen nach schweren Regenfällen hat im Bundesstaat Rio de Janeiro Frauen und Kindern das Leben gekostet. Schlammlawinen brachten ihre Häuser zum Einsturz.

Rio de JaneiroAlle Leichen seien am Sonntag in der Gemeinde Itaipava in einer bergigen Region etwa 75 Kilometer nördlich der Metropole Rio de Janeiro geborgen worden, berichteten Medien unter Berufung auf den Zivilschutz. Schlamm- und Gerölllawinen hatten den amtlichen Angaben zufolge mehrere Häuser unter sich begraben.

Die Behörden schlossen nicht aus, dass die Zahl der Todesopfer höher liegt. Am Montag seien deshalb die Such- und Bergungsarbeiten wieder aufgenommen worden, hieß es. Die Aktionen würden von weiteren Niederschlägen erschwert. Unter den am Sonntag geborgenen Todesopfern seien sechs Frauen und drei kleine Kinder im Alter von fünf und sechs Jahren, hieß es.

Notstand und verregneter Karneval

"In nur einer Stunde fielen am Sonntag 135 Millimeter Regen vom Himmel", sagte Zivilschutzsprecher José Santana Mateus. So viel Wasser gebe es sonst zu Jahresanfang normalerweise in eineinhalb Monaten. Zwei Frauen seien schwer verletzt in Krankenhäuser gebracht worden. Mehr als 20 Menschen hätten ihre Häuser verlassen, hieß es. Einige wichtige Straßen ständen völlig unter Wasser. Eine Landstraße sei eingebrochen. In Itaipava und der Nachbargemeinde Cascatinha wurde laut Medien inzwischen der Notstand ausgerufen.

Unwetter suchten am Sonntag praktisch den gesamten Staat Rio de Janeiro sowie auch Teile des Bundesstaates Sao Paulo heim. Nach Angaben der Meteorologen wird der Regen mit kurzen Unterbrechungen bis zu diesem Dienstag anhalten. Die weltberühmte Karnevalsparade der Sambaschulen fand in der Nacht zum Montag in Rio teilweise bei Regen statt. (liv/dpa)

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