Welt : Riskanter Rettungseinsatz vor Südafrika

Feuer auf dem Frachter „Jolly Rubino“ noch nicht gelöscht / Öl treibt von der Küste weg

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Genua/St. Lucia (dpa). In einem gefährlichen Rettungsmanöver haben Helfer am Samstag versucht, das Feuer an Bord eines italienischen Frachters vor der Küste Südafrikas zu bekämpfen. Auch vier Tage nach ihrer Havarie loderten auf der „Jolly Rubino“ noch immer Flammen – nur 300 Meter von der Küste des Naturschutzgebiets von St. Lucia entfernt. Die Einsatzkräfte wollten außerdem versuchten, einen ein Kilometer langen Ölteppich zu beseitigen.

Zur Erleichterung der Umweltschützer trieb das Öl zunächst von der Küste weg. Ein sechsköpfiges Spezialteam ging am Samstag an Bord der brennenden „Jolly Rubino“. „Sie können nicht lange bleiben, und wir denken, dass die Situation noch immer lebensbedrohlich ist. Die Temperaturen an Bord liegen zwischen 90 und 400 Grad“, sagte eine Sprecherin der Bergungsfirma der dpa. Auch das Kohlenmonoxid sei für die Helfer gefährlich.

Das 190 Meter lange Schiff war am Dienstag nach einem Brand von seiner Mannschaft aufgegeben worden; es sitzt auf einem Riff fest und droht auseinander zu brechen. Luftbilder von der „Jolly Rubino“ zeigten schwere Explosionszerstörungen. Versuche, Bergungsteams an Bord zu bringen, waren bisher am stürmischen Wetter und den Flammen gescheitert. Einen Hund konnten die Helfer aber am Freitag in Sicherheit bringen. 70 Container sind bereits über Bord gegangen, die Küstenwache und die Behörden wurden alarmiert.

Nach der Havarie schickte der italienische Eigner einen Experten zum Unglücksort. Dieser soll den örtlichen Behörden bei den Rettungsversuchen helfen, sagte ein Sprecher der Firma Ignazio Messina (Genua) nach italienischen Medienberichten. An Bord des Schiffes waren Luxusautos sowie 1100 Tonnen Treibstoff und 225 Tonnen Schweröl.

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