Robert Mugabe : Simbabwe: Präsidenten-Party mit Elefantenfleisch

Neue Kritik an Robert Mugabe, dem Präsidenten von Simbabwe: Zur Feier seines 91. Geburtstags soll Elefantenfleisch auf der Speisekarte stehen. Auch ein Löwe soll geschlachtet werden. Der älteste Präsident Afrikas machte nicht nur zuletzt häufig negative Schlagzeilen.

Robert Mugabe
Robert Mugabe, der Staatschef Simbabwes.Foto: dpa

Simbabwes Präsident Robert Mugabe zieht neuen Ärger auf sich, weil zur Feier seines 91. Geburtstags Elefantenfleisch serviert werden soll. Oppositionspolitiker und Umweltschützer kritisierten die Pläne als unethisch und obszön, weil die Tiere im südlichen Afrika durch Wilderer bedroht sind und die Mehrheit der Bevölkerung in Armut lebt, wie die südafrikanische Zeitung „Mail & Guardian“ am Donnerstag berichtete. Mugabe wird am Samstag (21. Februar) 91 Jahre alt. Gefeiert wird aber erst eine Woche später in einem luxuriösen Ferien-Ressort nahe der Victoria-Fälle.

Mugabe ist der älteste Präsident Afrikas und seit 1980 an der Macht. Der gefeierte Held des Unabhängigkeitskrieges und einstige Versöhner steht seit langem wegen Menschenrechtsverletzungen am Pranger. Zu seiner Geburtstagsfeier werden dem Zeitungsbericht zufolge 20.000 Gäste erwartet. Für das Gala-Dinner sollen unter anderem zwei Elefanten, zwei Büffel, fünf Antilopen und ein Löwe geschlachtet werden.

Die Regierungspartei Zanu-PF hat dafür offenbar eine Million US-Dollar von Spendern und Sponsoren gesammelt. Die größte Oppositionspartei, die Bewegung für Demokratischen Wandel, forderte, die Präsidenten-Party abzusagen. Stattdessen solle die Regierung das Geld in das marode Gesundheitssystem stecken und die Lebensmittel an ein Waisenhaus spenden, heißt es in einer Mitteilung.

Mugabes Regierung steht bereits seit Wochen in der Kritik, weil 27 lebende Elefanten nach China verkauft werden sollen. Der Handel mit Elefanten ist nicht verboten, wird aber wegen der steigenden Bedrohung der Tiere durch Wilderer kritisch gesehen. Mit dem Verkauf will Simbabwe offenbar dringend benötigte Einnahmen erzielen. Das Land ist laut Internationalem Währungsfonds mit rund zehn Milliarden Dollar verschuldet. Nach Angaben der Weltbank leben 72 Prozent der 14 Millionen Einwohner unter der Armutsgrenze. (epd)

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