• Rom hat genug von seinen Stolpersteinen Geräuscharmer Asphalt statt „Stöckelschuh-Falle“

Welt : Rom hat genug von seinen Stolpersteinen Geräuscharmer Asphalt statt „Stöckelschuh-Falle“

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Rom Den Vespa-Fahrern sind die Steine seit jeher ein Gräuel und schicke Italienerinnen verfluchen sie als wahre „Stöckelschuh-Falle“: So schön die „Sampietrini“ – das historische Kopfsteinpflaster im Zentrum Roms – auch aussehen, viele Bürger haben von ihnen genug. Jetzt hat die Stadtverwaltung entschieden, in Teilen der Ewigen Stadt auf geräuscharmen Asphalt umzusatteln.

„Die Wartungsarbeiten für diese Pflasterart sind einfach zu teuer, deshalb werden wir sie an strategischen Punkten durch moderneres Material ersetzen“, erklärte Bürgermeister Walter Veltroni.

21 Millionen Euro haben die Verantwortlichen dafür locker gemacht, berichteten Zeitungen. Vor allem Zweiradfahrer sind froh: Zumindest auf der viel befahrenen Tiber-Promenade und anderen Straßen des Zentrums hat die nervenaufreibende Suche nach tückischen Löchern bald ein Ende. „Vielleicht kann ich dann endlich mal mit hochhackigen Schuhen durch Rom laufen. Bisher blieb einem alle zwei Meter der Absatz in einem Loch hängen“, freut sich eine Studentin.

Aber da ist auch die andere Seite: Die „Sampietrini“ gehören zu Rom wie der Eiffelturm zu Paris, sind herrlich altmodisch und wunderhübsch anzusehen. „Gerade am Tiber, der von hohen Bäumen gesäumt ist, sieht der historische Pflasterstein einfach toll aus. Ich finde, man kann die Geschichte nicht einfach so der Modernität opfern“, meint Carlo, ein 36-jähriger Römer.

Seit über 400 Jahren zieren die Steine die Straßen Roms. Zunächst wurden sie auf dem Petersplatz verlegt – daher der Name, der „kleine Sankt Peterleins“ bedeutet. Bei dem Belag handelt es sich um 280000 Jahre altes Vulkangestein, dass aus Steinbrüchen rings um Rom stammt, schreibt die Zeitung „Il Messaggero“.

Touristen und andere Fans des hubbeligen Gesteins können aber aufatmen: In den kleinen, als Fußgängerzone markierten Gässchen des Zentrums und auf der gewaltigen Piazza Venezia soll das Kopfsteinpflaster nach dem Willen der Stadtherren liegen bleiben. dpa

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