Rostock : Gedenken an tote Carolin

Angehörige und Mitschüler der ermordeten Carolin aus dem Ostseebad Graal-Müritz haben am ersten Todestag an die Jugendliche erinnert. Die 16-Jährige war vor einem Jahr vergewaltigt und ermordet worden.

Gelbensande - Am Anfang eines Waldwegs in Gelbensande, der seit rund acht Wochen "Carolins Schneise" heißt, legten die Trauernden nahe der Mordstelle Blumen vor einem Gedenkstein nieder. "Wir befinden uns in einer emotionalen Krise - immer noch", sagte Carolins Großvater. Die Gedenkfeier war von Carolins Mitschülern organisiert worden. Carolins Eltern nahmen nicht daran teil. Sie seien dazu nicht in der Lage, sagte der Großvater.

Seit etwa drei Wochen erinnert ein etwa zwei Meter hoher, schlichter Stein mit einer kleinen Gedenktafel an den gewaltsamen Tod der damals 16-Jährigen. Daneben steht ein überdachtes Holzgerüst, auf dem Fotos und Kuscheltiere aufgereiht sind. Der eigentliche Tatort ist etwa 600 Meter entfernt. Dort stehe eine schlichte Steinpyramide, sagte der Großvater. Er wollte dort im Anschluss allein hingehen und später mit seiner Familie das Grab seiner Enkelin besuchen. Am Sonntag wird in Graal-Müritz ein Gottesdienst für Carolin abgehalten.

Die 16 Jahre alte Carolin war am 15. Juli 2005 vergewaltigt und ermordet worden. Der deswegen vom Landgericht Rostock zu lebenslanger Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilte Täter war erst wenige Tage vor dem Verbrechen aus dem Gefängnis entlassen worden. Er hatte bereits 1996 eine junge Frau brutal vergewaltigt und dafür eine siebenjährige Haftstrafe abgesessen. (tso/ddp)

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