Rückkehr : "Discovery" kann wohl nicht in Cape Canaveral landen

Wegen schlechten Wetters kann die Raumfähre "Discovery" voraussichtlich nicht wie geplant in Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida landen.

Cape Canaveral - Vermutlich müsse das Shuttle mit dem Deutschen Thomas Reiter an Bord deshalb auf den Landeplatz in White Sands im US-Bundesstaat New Mexico oder auf die Luftwaffenbasis Edwards in Kalifornien ausweichen, sagte eine Nasa-Sprecherin im Kennedy Space Center. Die endgültige Entscheidung über den Landeplatz werde erst 90 Minuten vor der Landung fallen. Die "Discovery" kommt am Freitag von ihrer Weltraummission zur Internationalen Raumstation auf die Erde zurück. Reiter war rund fünfeinhalb Monate im Einsatz auf der ISS.

Die "Discovery"-Besatzung inspizierte unterdessen ein letztes Mal den Hitzeschild des Shuttles auf mögliche Beschädigungen. Nach ersten Erkenntnissen sehe alles "gut aus", sagte Phil Engelauf vom Nasa-Management. Die Raumfähre scheine "in sehr guter Verfassung" für den Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu sein. Seit dem Absturz der Raumfähre "Columbia" im Februar 2003 sind Untersuchungen des Hitzeschilds Routine bei Shuttle-Flügen. Die "Columbia" war beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wegen eines beim Start geschlagenen kleinen Loches im Hitzeschild auseinandergebrochen, alle sieben Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unglück ums Leben.

Landung muss spätestens am Samstag erfolgen

Die Landung der "Discovery" war bislang für 21:56 Uhr MEZ in Cape Canaveral vorgesehen. Sie muss spätestens am Samstag landen. Ihr Aufenthalt im All war wegen eines notwendig gewordenen weiteren Weltraumspaziergang um einen Tag verlängert worden. Dadurch hat sie nur noch ausreichend Sauerstoff und Strom bis Samstag.

Der deutsche Astronaut Reiter absolvierte in der Raumstation ein Versuchsprogramm, das von Radsporttraining in der Schwerelosigkeit bis hin zur Erprobung von Hautpflegemitteln reichte. Er hatte in den 90er Jahren bereits 179 Tage an Bord der russischen Raumstation Mir verbracht und zählt zu den wenigen Astronauten, die insgesamt ein gutes Jahr im All verbrachten. (tso/AFP)

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